
Komische mentale Über-Ecke-Connections: Jörkk von LOVE A wohnte mal in Wuppertal und hatte eine Band namens ULTRAFAIR. Und neulich hatten wir ULTRAMAN im Heft. Aber auch schon was über SS ULTRABRUTAL. Und jetzt ULTRABLUT aus ... Wuppertal. Woran wir sehen: „ultra“ ist eine fast so gerne genommene Vorsilbe wie „super“ bei Bandnamen. Und: Wer aus Wuppertal kommt, muss aufgrund einer geheimen Vereinbarung („non-disclosure agreement“) mit der städtischen Kulturförderung das Wort „Schwebebahn“ irgendwo unterbringen und einen Verweis auf das knuffige Elefantenbaby Tuffi, das vor zig Jahren mal aus der Schwebebahn gefallen ist („no elephants were harmed in the making of this true urban legend“). Siehe „Schwebahn Blues II“. Wer ULTRABLUT schon mal live erleben durfte, der weiß: heavy shit. Der Druck muss raus! Permanent hohe Drehzahl! Lärm. Sänger Christian Lansky muss brüllen und wüten. So geht Frontmann – niemand will da Typen, die sich vorher den Schuh auf die Bühne genagelt haben. Dabei sind ULTRABLUT aber musikalisch überall und doch hart. Groovender Noiserock. THE JESUS LIZARD. DŸSE. Aber auch mal NAPALM DEATH. Raserei trifft auf an den Nerven zerrende Feedback-Passagen. Mal hier, mal da. Und dazu dann dieses wutbatzige Schreien – Verzweiflung, nicht dieser Dicke-Hose-Scheiß. Dazu gute Texte. Wie „Chonder“, „Car Hi-Fi Realität“, „Tropfsteinhöhle“, „Alphaerklärer“. Textbrocken, gut überlegt und trotzdem hingespuckt. Ansagen, keine Betroffenheitslyrik aus der Pop-Akademie. Geht doch.
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