
DRAGUNOV gehören zur recht seltenen Spezies der Post-Metal-Duos. Benannt haben sich die beiden Franzosen nach einem russischen Scharfschützengewehr, vielleicht in der aktuellen Lage der Welt nicht besonders glücklich, auf „Vepr“ widmen sie sich allerdings der Ukraine und ihrer Geschichte, soweit das als Instrumentalband überhaupt möglich ist. Die immer maskiert auftretenden DRAGUNOV entzünden hier mit Gitarre und Schlagzeug allerdings ein beeindruckendes Feuerwerk mit reichlich Drive, Groove und Dynamik, das dazu noch sehr druckvoll und transparent produziert ist, was ein Fortschritt gegenüber den ersten zwei Alben der Band ist, die doch deutlich schmalbrüstiger klangen. Die musikalischen Fähigkeiten der beiden sind beeindruckend, aber nicht durch überflüssige Posen übertrieben. Die Drums treiben ein ums andere Mal die Songs voran, integrieren sogar gelegentlich Techno-Grooves oder Raserei, während die Gitarre von Stakkato-Riffing bis Melodien aus Powerchords einiges zu bieten hat. In einem Song ist ein Gastsänger zu hören, kann man machen, haben DRAGUNOV aber gar nicht nötig, dezenter sind die Sirenen im Hintergrund, die sich perfekt in die Musik einpassen. Instrumentale Musik ist oft nicht meins, aber DRAGUNOV sind große Klasse.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Ollie Fröhlich