
Seit dem Erscheinen ihres Debüts haben L.S. DUNES eine Vielzahl an Touren gespielt, eine EP veröffentlicht und waren irgendwie immer präsent, so dass man nicht auf die Idee gekommen wäre, dass bereits ein neues Album auf dem Weg sein könnte. Nun, hier ist „Violet“ und es wird eindeutig klar, dass die Band darauf wirklich Bock hatte. L.S. DUNES spielen völlig souverän die Trademarks aus, die auch schon „Past Lives“ zu einem hervorragenden Album gemacht haben. Allerdings unterstreichen die Musiker, die sonst unter anderem bei Bands wie MY CHEMICAL ROMANCE, COHEED AND CAMBRIA, THURSDAY oder CIRCA SURVIVE aktiv sind oder waren, einmal mehr, dass sie hier etwas fernab des Namedroppings erschaffen möchten. Anschluss an Bekanntes bietet natürlich Anthony Greens einzigartige Stimme, instrumentell präsentieren sich L.S. DUNES aber noch verspielter als auf ihrem Erstling – und auch ein Stück weit sperriger. Der faszinierende Opener „Magic“ lässt einen auf Anhieb nicht los, andere Hits offenbart „Violet“ vielleicht aber erst nach mehrmaligem Hören, dafür gewinnt die Platte mit der Zeit zunehmend an Sogkraft. Ein weiteres Kunststück des Albums ist, dass die Musiker zwar um die Wette spielen, das Produkt trotzdem nie überladen wirkt – höchstens vielleicht anspruchsvoll. „Violet“ ist nicht nur das Werk von fünf charismatischen Musikern, sondern auch das einer charismatischen Band.
© by Fuze - Ausgabe #97 Dezember 2022 /Januar 2023 2022 und Christian Biehl
© by Fuze - Ausgabe #110 Februar/März 2025 und
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