
„Wir hatten Bock dazu“, lautet Fossis einleuchtende Antwort auf unsere Interviewfrage, warum KAPUT KRAUTS mit „Vom Feeling her ein scheiß Gefühl“ nach 13 Jahren ein neues Album veröffentlichen. Die 16 Songs behandeln Persönliches und Politisches, thematisieren den „upcoming Weltuntergang“, wie Fossi es formuliert. Schwere Kost leicht verdaulich zubereitet, so lässt sich „Vom Feeling her ein scheiß Gefühl“ wahrscheinlich ganz passend zusammenfassen. Die Zutaten sind gut bekömmlich aufeinander abgestimmt: deutschsprachiger Punk im Dialog mit Rock und Hardcore an Akustik und Elektrosplittern. Aromatisiert mit heftigen MUFF POTTER-Vibes (betreffend deren frühe Veröffentlichungen) entsteht so, getragen von einem eigenständigen Sound und Songwriting, ein abwechslungsreiches und eingängiges Album mit vielen Hits wie „Fakten, Fakten“ oder „So einer wie Bruce Banner“ – ohne auffüllende Alibi-Tracks. Am meisten berührt mich aber die „Schlachtrufe“-Coverversion von und mit Stefanie Schrank. Mit feiner Klinge gefochten und völlig frei von Vorwürfen blickt der Song auf das Erleben einer jungen Frau in der cis-männlich dominierten Punk-Szene der 1990er Jahre zurück. Was sich wohl inzwischen alles geändert hat?
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Salvador Oberhaus
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #82 Februar/März 2009 und Alex Gräbeldinger
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