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CHUCK PROPHET

Wake The Dead

Der erste Termin von Chuck Prophets Europatour war am 5. November in Oberhausen und wahrscheinlich kannten viele Anwesende das am 25.10. erschienene neue Album „Wake The Dead“ noch gar nicht, das er mit der in Salinas, Kalifornien angesiedelten Cumbia-Band ¿QIENSAVE? eingespielt hatte. Deren Mitglieder mit mexikanischen Wurzeln standen neben James DePrato und Vicente Rodriguez von Prophets Band THE MISSION EXPRESS auch an diesem Abend auf der Bühne, was für sich schon ein politisches Statement war. Und so witzelte Prophet am Vorabend der US-Wahl, dass er zwar nicht wisse, wie diese ausgehen würde, aber vielleicht würde man ihn und seine Band nach Abschluss der Tour ja gar nicht mehr zurück ins Land lassen. Für Prophet, den ich schon seit seiner Zeit als GREEN ON RED-Gitarrist in den 1980ern extrem schätze (sein erstes Solo-Album „Brother Aldo“ erschien 1990), ist „Wake The Dead“ in jedem Fall ein besonderes Album. Zum einen in stilistischer Hinsicht, wobei Prophets Definition von Americana schon immer von großer Offenheit und Pop-Sensibilität geprägt war. Aber auch in persönlicher Hinsicht, denn Prophet hatte zuletzt mit Lymphdrüsenkrebs zu kämpfen gehabt und diese Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit hat sich auch in den Songs niedergeschlagen, was speziell beim letzten Track, „It’s a good day to be alive“, zum Tragen kommt, der mit Zeilen wie „It’s a good day to walk on water / Good day to swallow your pride“ das Leben feiert. Ein schöner positiver Schlusspunkt für ein weiteres exzellentes Album dieses großartigen Musikers, dem hoffentlich noch viele weitere folgen werden.

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