
Wie „great“ ist eigentlich Great Britain und wie inklusiv ist die Punk-Szene? Mit solchen Fragen beschäftigen sich LAMBRINI GIRLS. Und die Antwort ist ein Schlag in die Fresse. Die beiden Girls aus dem Seebad Brighton wollen nicht höflich anfragen, sondern fallen gleich mit der Tür ins Haus. Die Stimme von Gitarristin/Sängerin Phoebe Lunny klingt ein bisschen wie Amy Taylor von AMYL AND THE SNIFFERS. Mit Bassistin Lilly Macieira bildet sie den Nukleus der Band. Eine Drummerin wird je nach Bedarf dazugebucht. Die elf Songs ihres Debütalbums sind laut, kratzig und konfrontativ. Sie heißen „Big dick energy“, „No homo“ oder „Bad apple“ und kämpfen für die Rechte der LGBTQ-Community. Der Sound bewegt sich zwischen High-Energy-Pop-Punk, grungigen Klängen und dissonantem Post-Punk. Sehr fuzzy und grob. Aufgenommen und produziert von Daniel Fox (SPRINTS, SILVERBACKS), dem Bassisten von GILLA BAND. LAMBRINI GIRLS erinnern an Bands der amerikanischen Riot Grrrl-Bewegung aus den 1990ern wie BIKINI KILL oder LE TIGRE, obwohl sie das selbst nicht so sehen. In Großbritannien sind sie Stammgäste im Radioprogramm der BBC und stehen auf den großen Festivalbühnen von Glastonbury oder Reading. Fast wie eine weibliche Antwort auf IDLES. Mit denen verbindet sie auch ihre unreflektierte Ablehnung Israels und ihr vehementer Support für Palästina.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Wolfram Hanke
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