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NOVEMBRE

Words Of Indigo

Auf mehr als 35 Jahre Erfahrung können die Italiener NOVEMBRE inzwischen zurückblicken (auch wenn nach dem 2016er Album „Ursa“ erstmal eine längere Pause angesagt war), weshalb sie es sich offenbar zur Aufgabe gemacht haben, das vielschichtigste Werk ihrer Karriere zu erschaffen. Im Grunde lässt sich sagen, dass dieser Plan aufgegangen ist, denn „Words Of Indigo“ strahlt mehr denn je eine gewisse Prog- und Artrock-Atmosphäre aus und rückt damit stilistisch nah an frühere KATATONIA. Statt dichten Gitarrenwalzen gibt es sehr viel Melodie und breite und flächige Riffteppiche mit unzähligen ineinanderfließenden Harmonien. Auch das Growling ist mittlerweile eher Mittel zum Zweck und daher etwas zurückgefahren worden. Hier liegt dann auch der sprichwörtliche Hund begraben, denn die Stimme von Fronter Carmelo Orlando lässt in den cleanen Passagen einfach die tiefe Melancholie vermissen, die dieser Musik eigentlich so gut zu Gesicht steht. Garstig fauchen und growlen kann er und ja, schlecht ist sein Gesang auch nicht, aber hat einfach nicht das Timbre eines Jonas Renkse oder die Sanftheit eines Mikael Åkerfeldt. Dennoch werden herbstliche Gemüter diesem Album einiges abgewinnen können, denn unterm Strich ist das Gesamtpaket stimmig und nicht zuletzt durch ab und an eingestreute Death Metal-Ballerpassagen auch weniger arty und proggy, als es die letzte KATATONIA-Platte ist. Das dürfte einige weitere Seelen ins Boot holen.

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