
Auch wenn ich mir in von der Punkrock-Polizei kontrollierten Kreisen mit folgender Aussage vermutlich keine Freunde und Freundinnen machen werde, möchte ich doch als Einstieg zu dieser Rezension etwas loswerden: Ich mag WANDA sehr. Die Wiener Band, die seit ein paar Jahren schrägen Rock’n’Roll und noch schrägeren, sagen wir: Austro-Pop spielt und von „Amore“ singt, beschert mir gute Laune mit grandiosen, irren Texten. Und mit YOKOHOMO habe ich nun tatsächlich die perfekten Sparringspartner für WANDA in Sachen Punkrock in der Hauptstadt des Nachbarlands gefunden. Musikalisch verbindet sich hier nämlich HIVES’sche Hektik mit einem textlichen Wahnwitz („Zucker“, „Calippo“, „Pennymarkt“, „Sneaker“), der auch einem wie Marco Fitzthum als WANDA-Songwriter ein dickes Grinsen ins Schelmengesicht zaubern würde. Es ruckelt und zuckelt und treibt an allen Ecken und Enden und in jedem Takt. Und am Ende ist es so rasant, dass die Nadel quasi von sich aus hüpfend wieder zum Anfang dieser mir vorliegenden, wunderbar violetten Vinylscheibe springt. Es unterschätze mir bitte niemand mehr Österreich als Heimat des Punkrock.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Frank Weiffen