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KI!

Yong-Gwanglo Part Two

Es muss jede:r selber wissen, dem ersten Eindruck allzu viel Bedeutung beizumessen. Wer es damit bei der bislang auf zwei Teile angewachsenen „Schmelztiegel“-Reihe übertreibt, wer also den Erstkontakt für ausreichend hält, um sich ein Bild von „Yong-Gwanglo Part Two“ zu machen, der wird sich noch schwer wundern. Der Indiepop im Opener „Change my mind“ ist so fluffig und süß, als hätte man ihn in einen Sack Puderzucker gesteckt. „Non stop action“ ist anschließend astreiner Boombap, der von Al Agami auf den Punkt gerappt wird. Die Vielzahl an Einflüssen, die in der Musik von KI! Verwendung finden, kommt einer in Watte gepackten Reizüberflutung gleich. Das Projekt des Produzenten und Musikers Christian Ki sei eine Hommage an Künstler:innen wie J Dilla, Fela Kuti oder George Harrison. Im ersten Teil von „Yong-Gwanglo“ bedient er sich aus dem Fundus von Thelonious Monk, einem der Mitbegründer des Bebop-Jazz. Im zweiten Teil überwältigt das Theme von „Knight Rider“, das in ein aufgeplustertes Gewand gekleidet wird. Vielleicht lässt sich das irrlichternde Treiben extrem verkürzt auf den Begriff Vintage-Pop reduzieren. Den koreanischen Titel „Yong-Gwanglo“ ins Deutsche zu übersetzen, ist relativ einfach: Schmelztiegel. Den stilistischen Schmelztiegel auf einen gültigen Genre-Begriff zu bringen, ist hingegen eher schwierig.

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