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BAHNHOF MOTTE

Zeit fressen

Schon in den ersten Textzeilen ist der Einfluss von EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN deutlich zu erkennen. Ausdrucksstarke Satzfragmente wie von Blixa Bargeld und harter, dissonanter Sound. Das ist die Artpunk-Band BAHNHOF MOTTE aus Dresden. Eine Band, die sich einen ganz eigenen musikalischen Kosmos geschaffen hat. Irgendwo zwischen Experimental, Noise, Krautrock, Punk und Dance. Hektisch, unruhig, minimalistisch und dadaistisch. Unüberhörbar mit Einflüssen von Bands wie DŸSE, DIE NERVEN, DIE GOLDENEN ZITRONEN und eben EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN. Das klassische Punk-Instrumentarium wird ergänzt durch Saxofon und Modular-Synthesizer. In den Texten regiert der pure Frust. Über die Menschheit, die permanent über ihre Verhältnisse lebt, über die Leistungsgesellschaft oder über die inneren Widersprüche bei den Bandmitgliedern selbst. Alles gar nicht so einfach in diesen Tagen. Der Soundtrack zum Kapitalismus in seiner fatalen Spätphase. Transportiert durch die monotone Stimme von Frontmann Georg Fleischfresser und die klirrende Gitarre von Christoph Margraf. Bassist Leonhard Endruweit und Drummer Tim Gerwien liefern die stoischen Beats dazu. So schafft man sich eine eigene Schublade in der schier unüberschaubaren Flut an Bands. Für ein Debütalbum ist das ziemlich ausgereift. Da kann gerne mehr kommen.

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