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Interviews & Artikel

THEE FLANDERS

Fleischzug nach Potsdamned

THEE FLANDERS aus Potsdam hatten mich mir ihrem Punkabilly from Hell schon länger auf ihrer Seite. Ende Dezember letzten Jahres spielten sie mit einigen illustren Kollegen zu deren zwanzigstem Geburtstag MAD SIN ein Ständchen im Kesselhaus in Berlin. Mit dabei waren auch die RADIO DEAD ONES, DAMAGE DONE BY WORMS und CHURCH OF CONFIDENCE. Für mich die Gelegenheit, mir THEE FLANDERS endlich einmal live anzusehen. Aber an diesem Abend ging es ja eigentlich um MAD SIN und daher gab es von den Flanders leider nur ein kurzes Set und auch nicht das sonst obligatorische Make-up. Tags darauf traf ich mich mit Sänger Norman zu einem Interview.

Norman, gerade habt ihr ja mit „Monsterparty/Punkabilly From Hell“ eure beiden ersten Alben noch mal auf einer CD neu rausgebracht. Wie kommt’s?

Die ersten beiden CDs sind ausverkauft. Deswegen macht es Sinn, dass man die noch mal rausbringt. Neu aufgenommen haben wir sie allerdings nicht, nur auf ein Album gepackt.

MAD SIN haben ja gerade ihren 20. Geburtstag gefeiert. Wie lange gibt es euch denn mittlerweile?

Zehn Jahre. Im Sommer 1997 kamen wir irgendwie auf den Trichter – also eigentlich waren das mehr Dennis und unser erster Schlagzeuger Michael Lessing –, dass wir mal ein bisschen Proben wollen. Nur so für uns. Es gab da einen Jugendclub, wo wir zwei Stunden in der Woche proben konnten, immer sonnabends. In erster Linie haben wir es dann mit Coverversionen versucht. Irgendwann hatte dann unser damaliger Schlagzeuger Michael Lessing keinen Bock mehr auf das Ganze. Der kam immer extra aus Berlin nach Potsdam, aus Lichtenberg, was sehr weit weg ist - über eine Stunde Fahrzeit. Dann hatten wir damals unseren jetzigen Micha kennen gelernt, und der war letztendlich auch die treibende Kraft, dass es vorangeht, und hat angefangen, Texte zu schreiben. Und Dennis hat sich in dem Jahr so sehr mit der Gitarre angefreundet, dass er auch anfing, selber Songs zu komponieren. 1999 haben wir dann das erste Demo aufgenommen mit vielen eigenen Songs. Und ein Jahr später dann noch ein Demo, das wir aber auch nie weggeschickt haben. 2000 kam dann Felix dazu, wir hatten bis dahin echt keinen Basser gefunden, den wir von seiner Streetpunk-Band abgeworben haben. Dadurch hat sich das zur Band entwickelt. Dann haben wir im Studio unser drittes Demo aufgenommen, haben ein Jahr gewartet, ob es uns immer noch gefällt, und haben es schließlich an verschiedene Plattenfirmen geschickt.

Und am Ende seid ihr bei Halb 7 Records gelandet ...

Genau. Wir hatten damals diverse Angebote auf unser Demo bekommen, unter anderem auch von einem brasilianischen Psychobilly-Label, wo wir auch fast unterschrieben hätten, aber kurz vorher kam Halb 7 an und wollten das Teil als Platte rausbringen. Was schon mal ein Grund war zu unterschreiben, denn eine CD kannst du auch selber machen. Macht vielleicht auch mehr Sinn, ein regionales Label zu haben, was auch greifbar ist. Nachdem es dann noch diverse Angebote für eine CD-Veröffentlichung gab, hat sich Halb 7 auch noch entschlossen, die CD zu machen.



Kommen wir zum aktuellen Album „Graverobbing“. Da finden sich ja so einige Gastmusiker drauf, neben Köfte von MAD SIN ja auch Jeroen Haamers von BATMOBILE. Wie hat sich das ergeben?

Ich habe ihn im Internet angeschrieben und gefragt, ob er Bock hat und er hat Ja gesagt. Bei „Transylvanian express“ ist er dabei, ein alter BATMOBILE-Klassiker.

Gehören BATMOBILE auch zu den Bands, die dich zum Psychobilly gebracht haben?

Nein, ich bin ja erst sehr spät zum Psychobilly gekommen, so etwa 1994/95. Da waren das dann eher MAD SIN und GODLESS WICKED CREEPS, die auch immer noch meine Lieblingsbands sind.

Du veranstaltest ja auch ein Psycho-Festival, den Psychomania Rumble, der 2008 zum zweiten Mal stattfindet. Wir warst du denn mit dem Ersten zufrieden?

Es war super, es ist echt gut gelaufen. Am ersten Tag waren über 900 Leute da und am zweiten Tag war es fast ausverkauft. Auch mit den Bands ist alles glatt gelaufen. Es waren alle super glücklich.

Und ein Fanzine mit dem gleichen Namen, also Psychomania, machst du auch. Ist das auf deinem Mist gewachsen?

Ja, das war eine Idee, die ich schon seit ein paar Jahren mit mir rumgeschleppt habe. Ich hab früher mal an einem Fanzine mitgearbeitet. Das war aber mehr so Independent-Musik, kein Psychobilly. Erst hieß es „Bodystyler“ und später dann „Text und Ton“, das gab es dann auch am Kiosk. Das war ein Alternativ-Fanzine, wo man mit den Onkelz Interviews gemacht hat und mit den ÄRZTEN, mit allem, was Rang und Namen hat, DEPECHE MODE und so. In diese Richtung ging das, zum Teil auch viel elektronische Musik. Das war die Musik, die ich vor Psychobilly gehört habe. Und ich war der Meinung, dass man vielleicht auch im Psychobilly-Bereich mal ein Fanzine starten könnte, nachdem das Satanic Stomp Magazin ja vor gut sechs Jahren die Arbeit eingestellt hatte. Dann habe ich die Idee ein bisschen vor mir hergeschoben und mit Halb 7 Records einen Partner dafür gefunden, denn ich wollte mich da nicht um das Geschäftliche kümmern. Ich will das Magazin gestalten, mich um die Bands und die CD kümmern.

Apropos DIE ÄRZTE - wie kam es, dass ihr neulich im Vorprogramm von BELA B. & LOS HELMSTEDT gespielt habt?

Ich hatte für das Psychomania im April ein Interview mit Bela gemacht, weil er dieses Elvis-Hörbuch gelesen hat, „Last Train To Memphis“, daraufhin hab ich ihn angesprochen, ihn gefragt, ob er eine Vorband sucht, und ihm eine THEE FLANDERS-CD in die Hand gedrückt. Aber die kannte er schon, da wir darauf die ÄRZTE gecovert haben. Und dann ist alles seinen Weg gegangen. Und es war richtig geil, ein super Abend!

Und euer aktuelles Album „Graverobbing“ ist ja ein reines Coveralbum. Einige Sachen darauf sind ja – zumindest im Original – etwas gewöhnungsbedürftig, ERASURE zum Beispiel.

Also bitte, Vince Clarke war Gründungsmitglied von DEPECHE MODE! Wir wollten jedenfalls ganz bewusst ein reines Coveralbum machen. Das schwebte uns schon länger vor, da wir ja auch als Coverband angefangen hatten. Weil es erst mal einfacher ist, Songs nachzuspielen, als eigene zu machen, wenn du noch gar keinen Plan hast. Die meisten Songs haben wir aber nur für dieses Album aufgenommen. Davon spielen wir also fast nichts live.

„Meattrain at midnight“ von MAD SIN habt ihr gecovert. Bei euch heißt das dann „Fleischzug um Mitternacht“. Und ich muss sagen, dass mir die eingedeutschte Version noch besser gefällt als das Original, die deutsche Sprache passt erstaunlich gut zu Psychobilly. Seht ihr das auch so oder war das eher aus Spaß, dass ihr das übersetzt habt?

Na ja, Deutsch ist immer schwer, da besteht immer die Gefahr, dass es schnell albern wird. Und „Fleischzug“ ist ja schon nah dran am Albernen. Vor allem, weil wir es wörtlich übersetzt haben. Aber der Song ist eigentlich dadurch entstanden, dass wir uns im Proberaum gedacht haben, man müsste doch mal ein paar Lieder auf Deutsch übersetzen, damit die Leute überhaupt mal merken, was da gesungen wird. Dann hat Köfte den Song auch noch mit umgeschrieben. Ursprünglich ist der ja auf der „Monsterparty“-Platte drauf und für die Version mit ihm haben wir den noch mal ein bisschen überarbeitet.

Und „Perverses Schwein“ ist natürlich grandios und überhaupt ja anscheinend einer eurer beliebtesten Songs.

Ja, aber der Song, mit dem wir den meisten Ärger hatten. Wir hatten mal ein Konzert in Magdeburg, wo wir dann einen Anruf gekriegt haben, dass bei Willi Wucher im Laden gerade unsere Platten von der Polizei abgeholt werden. Und wir haben uns schon gefreut: „Jetzt kommen wir auf den Index!“ Aber es kam nichts. Es ist ja nicht mehr 1982/83, wo DIE ÄRZTE indiziert wurden, was man heute gar nicht mehr nachvollziehen kann.

Claudia Luck

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #77 (April/Mai 2008)

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