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Interviews & Artikel

BLANKZ

Wie ein unbeschriebenes Blatt

Thomas Lopez ist ein Veteran der Musikszene von Phoenix, Arizona, THE BLANKZ sind seine neue Band. Statt eines „normalen“ Albums werden er und seine Band auf seinem Label Slope Records eine Serie von Vinyl-Singles veröffentlichen. Zwei sind bereits erschienen, aufgenommen wurden sie unter Obhut von Cris Kirkwood (MEAT PUPPETS). Und Tommy Blank, wie er sich im Badkontext nennt, setzt seine Vision einer Band, die sich aus Punk, Synthie-Pop und New Wave bedient und an DEVO, RAMONES und SPITS anschließt, auf Anhieb sehr gelungen um.

Tommy, bitte stell dich und deine Band vor.


Ich bin Tommy Blank. Ich singe. Jaime Blank spielt Gitarre. Er und ich haben beschlossen, THE BLANKZ zu gründen, also haben wir ein paar Songs geschrieben. Die anderen Mitglieder sind alles Musiker aus Phoenix, die schon ewig in irgendwelchen Bands rund um die Szene spielen: Nikki Blank ist am Synthesizer und Keyboard, Andy Blank spielt E-Bass und Johnny Blank ist unser Schlagzeuger.

THE BLANKZ sind eine neue Band, die aber klingt, als wären sie schon immer da gewesen. Was sind deine musikalischen Vorbilder und Ideen für diese Band?

Ich habe ziemlich viele Einflüsse, wie die anderen in der Band auch, aber unsere Vision für THE BLANKZ basiert auf Synthie-Pop, New Wave und Bands wie DEVO, RAMONES und THE SPITS. Wir wollen, dass die Leute Spaß mit unserer Musik haben ... Wir amüsieren uns einfach gerne.

In eurem Presseinfo steht, dass du seit deiner Jugend in keiner Band mehr gespielt hast. Welche waren das damals?

Müssen wir uns wirklich damit befassen? Niemand hat je von der Band gehört, in der ich war ... Aber wenn du es wissen willst, ich war in einer Band namens BASKET CASE. Wir hatten mal eine Show mit ILL REPUTE. Ich habe Schlagzeug gespielt. Es war irgendwie cool, aber jeder Song klang gleich.

Ich schätze, seit deinen Teenagerjahren sind schon ein paar Jahrzehnte vergangen. Was hat dich zurück zur Musik und zum Punk gebracht?

Ich wollte der Langeweile aus dem Weg gehen. Ich habe mir den Arsch abgearbeitet und war auf der Suche nach einem Ausgleich. Ich lebe schon lange völlig ohne Alkohol und Drogen, und Musik zu machen, ist ein guter Weg, um wieder high zu sein. Ich hatte immer viel für Musik übrig und Slope Records zu gründen gab mir die Chance, mich da reinzuknien. Aber nach einer Weile bemerkte ich, wieviele Spaß die Leute mit ihren Bands haben, also habe ich mir überlegt, ich sollte meine eigene Band gründen.

In „White baby“, einem Song von eurer ersten 7“, der auch auf der letzten Ox-CD zu hören war, geht es um dein Leben. Zitat: „Ein schrulliger Blick auf seine Erfahrungen als weißes Kind, das in den späten Sechziger Jahren von einer mexikanisch-amerikanischen Familie in Phoenix adoptiert wurde, und sein anschließendes Ringen um Identität und die Suche nach Zugehörigkeit. Inspiriert von einem Stück Papier, das seine Geburt dokumentiert, aber nur wenige Hinweise auf seine biologische Familie oder seine Herkunft enthält.“

Während meiner Kindheit in West Phoenix gab es niemanden, den ich kannte, der adoptiert war, also war es für mich schon seltsam, adoptiert zu sein. Aber ich hatte kein Problem damit, bis ich etwas älter wurde. Kinder fingen an, sich mehr mit ihren Namen zu identifizieren und begannen, sich über mich wegen meines Nachnamens lustig machen. Ich saß zu Hause und dachte selbst, dass ich anders bin. Ich wurde von meinen Eltern geliebt, aber in der Schule musste ich mir immer wieder anhören, dass mein Aussehen nicht zu meinem Nachnamen passe. Ich stieß überall auf Vorurteile. Die Gesellschaft schert sich einen Dreck darum, was du brauchst – die Leute sehen nur deine Schwachstellen. Und wie Kinder nun mal sind, wollen sie einen piesacken und fertig machen, egal wie. „White baby“ war der erste Song, den ich geschrieben habe, und als wir die Band gründeten, schien es mir passend, die Band THE BLANKZ zu nennen, denn so fühlte ich mich, als ich aufwuchs, blank wie ein unbeschriebenes Blatt ... als ob ich nicht wirklich dazugehöre, so wurde aus mir dann Tommy Blank.

Wie stehst du vor diesem Hintergrund zur aktuellen Diskussion in den USA über Einwanderung und wer in dieses Land gelassen und wer rausgeschmissen werden sollte?

Es ist ein schwieriges Thema. So sehr man offen und tolerant sein will, muss man verstehen, dass es in den USA bestimmte Regeln gibt. Ich bin dafür, Regeln zu brechen, aber das kann auch völlig außer Kontrolle geraten und zu einem Problem werden. Offene Grenzen werden wahrscheinlich nicht funktionieren, aber mit Menschen zusammenleben, die anders sind als du, ist zumindest meiner Meinung nach das, worauf Amerika gründet. Wenn du hierher kommst, weil du ein besseres Leben haben willst als das, was du hattest, dann finde ich das toll. Wenn du herkommst, um Leute umzubringen und alles noch schlimmer zu machen, und nur deinen Vorteil suchst, ist das eine andere Geschichte.

Ihr plant kein komplettes Album, sondern eine Serie von Vinyl-Singles. Was ist die Idee dahinter?

Wir fanden, das wäre eine gute Möglichkeit, mit jeder Veröffentlichung ein wenig zu wachsen. So wie jeder Song für uns einen Schritt vorwärts bedeutet. Wir wollen, dass die Leute uns mit jedem Schritt des Weges besser kennen lernen. Aber wir haben vor, wenn alle neun Singles draußen sind, sie zu einem Album zusammenzufassen.

Du betreibst auch Slope Records. Was ist deine Idee in Sachen Labelarbeit?

Ursprünglich wollte ich mich mit Slope auf die frühere und gegenwärtige Szene von Phoenix konzentrieren. Es wurde jedoch schnell größer, und ich begann, auch Bands von außerhalb zu veröffentlichen. Wir sind bei fast vierzig Releases, und ich habe vieles gelernt durch meine Arbeit mit den Bands und den bisweilen einzigartigen Musikerpersönlichkeiten. Eine Veröffentlichung, die wirklich großartig war, war mit THE EXTERMINATORS, eine der ersten Punkrock-Bands von Phoenix. Die Jungs waren alle mal zeitweise in ziemlich einflussreichen Bands, wie etwa GERMS, MIGHTY SPHINCTER, VICTORY ACRES, GUN CLUB, so dass es ziemlich abgefahren war, jetzt an einer LP mit bislang unveröffentlichtem Originalmaterial von 1977 beteiligt zu sein. Die Zusammenarbeit mit Duane Peters war ebenfalls eine besondere Erfahrung. Aber wir haben jetzt auch THE FREEZE an Bord, und Bands wie LINECUTTERS, THE FATHER FIGURES und MAN HANDS. Ich will einfach gute Musik rausbringen und Bands dabei unterstützen, Konzerte zu spielen.

Du hast zwei US BOMBS-Singles herausgebracht ... Duane Peters hat vor ein paar Wochen einiges an negativem Feedback auf ein Instagram-Post bekommen, in dem er sich abwertend zu Homosexualität, Transgender, Abtreibung etc. äußert, sogar seine Deutschlandtour wurde abgesagt. Deine Meinung dazu?

Duane ist ein großer Junge, er kann schon auf sich aufpassen und ist selbst verantwortlich für das, was er sagt. Wir haben ein Sprichwort in Amerika: „Don’t let your mouth write checks your ass can’t cash“, und ich bin sicher, dass Duane alt genug ist, um mit den Auswirkungen seiner Handlungen umzugehen. Waren wir als Label enttäuscht? Darauf kannst du wetten. Es war ein Schlag für uns ebenso wie für die anderen Bombs, denn Duane ist einer von fünf Jungs und die ganze Band hatte sich darauf gefreut, für ihre Fans in Europa zu spielen. Wir lieben Duane, aber wir stimmen nicht in jedem Punkt mit ihm überein. Zum Beispiel ist es mir grundsätzlich egal, mit wem du Sex haben willst oder mit welchem Geschlecht du dich identifizierst oder nicht. Da kannst alles tun, was du willst, soweit es mich betrifft – solange du bereit bist, mit den Folgen deiner Handlungen umzugehen. Also, wenn die Leute ein Problem mit Duanes persönlichen Ansichten haben, dann müssen sie nicht zu seinen Shows gehen und sie müssen seine Platten nicht kaufen. Ich habe den Eindruck, dass es ihm ehrlich gesagt egal ist. Hier in den USA zum Beispiel ist die Band immer noch auf Tour, aber wir wissen, dass einige Leute nicht zu den Shows gehen, weil ihnen nicht gefällt, was er auf seinen Social-Media-Accounts verbreitet. Das ist ihre Entscheidung ... genau wie Duane entscheidet, was er auf Instagram schreibt.

Gibt es Pläne, mit BLANKZ nach Deutschland zu kommen?

Ja, in der Tat. Sommer 2019 kommen wir nach Europa. Wir werden den Rest dieses Jahres damit verbringen, neue Sachen aufzunehmen, sie zu veröffentlichen und zu promoten und dann 2019 auf Tournee zu gehen. Wir freuen uns darauf, mit euch zusammen Spaß zu haben.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #139 (August/September 2018)

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ALARMSIGNAL ging es schon immer um Inhalt und Klartext mit minimalem Hang zu Punk-Parolen und großer Vorliebe für geballte Fäuste. Musikalisch und sozial tief verwurzelt in der Deutschpunk-Szene liefern sie ihren treuen Hörern auf Platten und ... mehr