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Interviews & Artikel

THROAT

Die üblichen Verdächtigen

Es mag medial präsentere Genres geben, aber seit den Achtzigern hat sich auf einem Nebengleis von Punk, Hardcore und Indierock eine weltweite Noiserock-Subkultur etabliert, die mal hier, mal da seltsame Blüten treibt, für die sich meist nur eine kleine Fangemeinde interessiert. Eine dieser Bands sind THROAT aus Finnland, anlässlich von deren just auf Svart Records erschienenem Album „Bareback“ Sänger und Gitarrist Jukka Matilla meine Fragen beantwortete.

Wie ging es mit THROAT los?


Wir haben 2009 mit THROAT angefangen, um eine Art von Musik zu machen, die niemand mehr zu machen schien, zumindest in Finnland. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis wir unseren eigenen Sound gefunden haben, und seitdem haben wir einfach weitergemacht. Ursprünglich kommen wir alle aus Turku und wir bezeichnen uns auch immer noch als eine Band aus Turku, obwohl unser Schlagzeuger Jani und Lauri, unser Bassist, mittlerweile in Helsinki leben.

Wenn es um musikalische Referenzen geht, kann man in eurem Fall „Casablanca“ zitieren: „Verhaften Sie die üblichen Verdächtigen“. In eurem Fall sind das UNSANE, THE JESUS LIZARD/SCRATCH ACID, BIG BLACK, MELVINS ... Wie fühlst du dich bei solchen Vergleichen?

Ich schätze, das ist die einfachste Art, um jemandem unseren Sound zu beschreiben, der noch nicht so viel Noiserock gehört hat. UNSANE und MELVINS waren definitiv ein großer Einfluss für uns, besonders als wir anfingen. Aber BIG BLACK oder THE JESUS LIZARD waren nie wirklich eine Inspiration, obwohl wir diese Bands sehr schätzen. Wenn ich ein paar Namen aufzählen müsste, die uns über die Jahre geprägt haben, wären das sicherlich DISTORTED PONY, HAWKS, GÜNNA VAHM, PISSED JEANS, TAR, FUDGE TUNNEL, TAD, TORCHE und noch ein Haufen anderer Neunziger-Noiserock/Indie-Bands.

Ich schätze, dass es auch Bands aus Finnland gibt, von denen kaum jemand je gehört hat, die wichtig waren für euch und das, was ihr heute macht. Kannst du uns bitte aufklären?

Um ehrlich zu sein, es gibt nicht so viele finnische Bands, die uns beeinflusst haben. Ohne Zweifel hatten alte Bands wie RADIOPUHELIMET und DEEP TURTLE schon lange, bevor wir THROAT gegründet haben, Einfluss auf uns, aber ich würde sie nicht für so wichtig für unsere Musik erachten. Es gab Neunziger-Jahre-Bands in Finnland, die einen Sound hatten, mit dem sie gut in den Amphetamine Reptile Records-Club gepasst hätten, wie etwa SUBMERGED, FORKBOY, SWEETHEART und andere, die auf dem Label Bad Vugum erschienen. Deren Sachen haben uns definitiv gefallen, aber wahrscheinlich sind unsere Vorbilder doch eher amerikanischer Herkunft.

Manchmal ist es eventuell einfacher, die Frage zu stellen, was eine Band niemals tun würde, als sie zu fragen, was sie tun. Ich meine, ihr spielt ziemlich klassischen Noiserock, ihr habt eine Entscheidung getroffen und ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr diesen schrecklichen modernen Metalcore mit Clean Vocals und Growls spielt. Also, was wollt und werdet ihr auf keinen Fall machen?

Als wir anfingen, Songs für „Bareback“ zu schreiben, haben wir beschlossen, jegliche Vorstellungen von „Das können wir nicht machen“ zu ignorieren und einfach das zu tun, was sich zu diesem Zeitpunkt gut anfühlte. Deshalb haben wir diesmal eine größere stilistische Bandbreite als auf unseren früheren Alben. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns in Zukunft auf mehr Abenteuer einlassen werden. Noiserock ist ein Genre, das per se viel mehr Experimente zulässt als andere, also wer weiß, was wir am Ende auf unseren nächsten Platten veranstalten werden. Moderner Metalcore ist vielleicht nicht gerade unser Ding, aber wenn wir einen Song haben, der ein paar Breakdowns und cleane und gutturale Vocals erfordert, dann würden wir das auch machen.

Ihr wart im August in den USA. Was habt ihr erlebt?

Wir sind erst gestern von der Tour zurückgekommen, also ist alles noch etwas verschwommen. Es hat definitiv viel Spaß gemacht und HAAN aus New York waren die idealen Tourbegleiter. Sie waren wirklich die einzige Band, mit der wir die Tour machen wollten, und alles lief perfekt. Wir spielten unserer besten Konzerte und trafen Leute, die lange darauf gewartet hatten, uns zu sehen, was schon ziemlich verrückt ist. Wie bei einer Tournee üblich, sieht man nichts anderes als Straßen, Tankstellen, Veranstaltungsorte und Hotels. Überrascht hat uns die Menge an Fast Food, die die Leute dort konsumieren, obwohl wir uns da selbst auch nicht zurückgehalten haben. Die Fahrt durch die runtergekommenen Viertel in Baltimore war ein weiteres Erlebnis. Die meisten der Leute, die wir unterwegs getroffen haben, schienen nicht sehr glücklich damit zu sein, wie ihr Land regiert wird, also hoffe ich wirklich, dass es sich eines Tages wieder zum Besseren wendet. Das hätten sie verdient.

Fast alle eure Veröffentlichungen sind auf deinem Label Kaos Kontrol erschienen. Was ist die Idee hinter dem Label, was waren deine bisherigen Aktivitäten?

Kaos Kontrol wird 2019 zwanzig Jahre alt, also gibt es das Label schon lange. Es begann als Industrial/Ambient/Noise-Label und hat sich irgendwann in Richtung Sludge und Doom-bewegt, jetzt liegt der Schwerpunkt auf Noiserock. Es ist ein DIY-Label mit langsamem Veröffentlichungsrhythmus. Aber was den Vertrieb angeht, bin ich aktiver, mein Ziel ist eine gute Auswahl an Releases, die in Finnland oder sogar in Europa schwer bis gar nicht zu finden sind. Im Jubiläumsjahr wird es wahrscheinlich ein paar Überraschungen geben, die ich noch nicht verraten kann, also bleibt dran. Die nächste Veröffentlichung ist eine Tribut-LP an die Neunziger AmRep-Band HAMMERHEAD, gemeinsam mit zwei schwedischen Labels, und danach kommt eine 7“ von der aufstrebenden finnischen Noiserock-Band THE FERAL YOUNG. Das Mailorder-Angebot wird ständig erweitert, und ich versuche mein Bestes, den Kaos Kontrol Nega Mart zu einer Adresse zu machen, bei der man sowohl neue Sachen als auch die Genre-Klassiker zu vernünftigen Preisen finden kann.

Jetzt seid ihr aber bei Svart, dem derzeit wohl größten und interessantesten Label Finnlands ...

Wie gesagt, Kaos Kontrol ist eine DIY-Geschichte mit eingeschränkten Möglichkeiten, also war Svart die perfekte Wahl. Dort verfügt man über die richtigen Vertriebskanäle und Ressourcen für Werbung und was es sonst braucht, um die Band und die Platte bekannt zu machen. Dank Svart ist sie auf viel Begeisterung gestoßen, und hoffentlich landet sie am Ende bei den Leuten, die das, was wir tun, zu schätzen wissen.

Eure Coverartworks sind, na ja, speziell. Kannst du uns eure ästhetische Grundausrichtung etwas erläutern?

Vor „Bareback“ war ich für unsere Cover und unsere ganze Ästhetik verantwortlich. Wir hatten nie ein festes Konzept im Kopf, aber ich schätze, wir haben eine bestimmte Art, Schönheit im Hässlichen zu finden, die wahrscheinlich sowohl auf unsere Musik als auch auf unser Kunstwerk zutrifft. Die Fotos auf unseren vorherigen Platten haben wir meistens ohne Genehmigung verwendet, daher möchte ich aus rechtlichen Gründen nicht zu sehr ins Detail gehen. So oder so haben sie den Leute offenbar gefallen, besonders das Cover von „Manhole“ scheint sehr gut angekommen zu sein, die Großaufnahme von dem Gesicht mit diesen geschminkten Lippen. Das ist übrigens auch mein Favorit.

Was ist die Geschichte hinter dem „Bareback“-Cover?

Unser Freund Francisco Ramirez aus Milwaukee hat uns beim Cover für „Bareback“ geholfen, da wir einen engen Zeitplan hatten und noch keine Ideen für das Artwork. Wir schickten ihm nur den Albumtitel und einige Songs, also hatte er alle Freiheiten, etwas Eigenes zu machen. Er hat sich unter diesen Umständen gut geschlagen, das Cover passt perfekt zur Platte, wie wir finden. Es ist mehrdeutig und provozierend, so sollte auch unsere Musik sein.

Genau wie die Texte, die scheinen mir ziemlich finster zu sein. Bist du so ein „finsterer“ Typ?

Die Texte sind ein weiteres Beispiel dafür, wie man „Schönheit im Hässlichen findet“. Fröhliche Texte ziehen mich nicht wirklich an, sie müssen schon etwas irgendwie Abgedrehtes aufweisen, um interessant zu sein. Ich halte unsere Lyrics nicht für finster – eher für realistisch. Lauf einfach mal zehn Minuten in einer beliebigen Stadt herum und du wirst schon viel von dem entdecken, was wir in unseren Texten verarbeiten.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #140 (Oktober/November 2018)

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