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CDs/LPs/Singles - Reviews

BAD MANNERS

Gosh, It’s ...

Format: CD

Label: Pressure Drop

Vertrieb: Rough Trade

Genre: Ska

Webseite

Wertung:


Was wäre die 2Tone-Ära ohne die BAD MANNERS, die Sänger Buster Bloodvessel in wechselnden Bühnenbesetzungen seit 1976 als erfolgreichen Live-Act führt. Pünktlich zur Einleitung der Sommerfestivalsaison werden auf Captain Oi!s Sublabel Pressure Drop die ersten vier Studioalben plus massig Bonusmaterial neu aufgelegt.

Unnötig zu erwähnen, dass das Booklet wieder jede Menge Infos über die jeweilige Platte nebst Biografie enthält, so dass ich zu jedem Album zusammenfassend nur ein paar Worte verlieren will.

Alle vier Alben sind für Magnet Records in den Jahren 1980-82 entstanden und für mich neben dem 1985er, viel zu  wenig beachteten Album „Mental Notes“ die beste Zeit der BAD MANNERS. Das erste Album, „Ska’n’B“, lebt vor allem von den instrumentalen Momenten und beinhaltet viele Hits, zum Beispiel die heute immer noch im Live-Set enthaltenen Stücke „Ne ne na na na na nu nu“, „Fatty Fatty“, „Wooly bully“, „Lip up Fatty“, „Special brew“, einige interessante Coverversionen und vor allem großartige Instrumentals.

Als Bonus gibt es diverse verschiedene Versionen ihrer Hits. Abgesehen von den Maxiversionen ist das Debüt ein Klassiker im 2Tone-Genre. Das zweite Album, „Loonee Tunes“, gefällt mir vom Sound noch einen kleinen Tick besser.

Auch wenn die BAD MANNERS schon immer ihr eigenes Ding gemacht haben, ist die Produktion etwas mehr Achtziger-orientiert und feiner. Unabhängig vom einzigartigen Organ von Fatty, gebührt auch hier wieder volles Lob der instrumentalen Arbeit.

Neben „Just a feeling“, ihrer eigenen Interpretation von „Tequila“ und der großartigen Single „Lorraine“ hat „Loonee Tunes“ zwar keine Charterfolge einfahren können, trotzdem finde ich das Gesamtkonzept des Albums stimmig und gut produziert, so dass ich auch hier die volle Punktzahl gebe.

Das dritte Album wurde mehr oder weniger in Abwesenheit des Sängers geschrieben, der sich zu dieser Zeit lieber in TV-Shows rumtrieb. So kam es dann auch, dass „Can can“, dessen musikalisches Thema vom französischen Komponisten Jacques Offenbach stammt und als Zirkuslied bekannt wurde, in den Niederlanden die Charts stürmte.

„Gosh It’s ...“ ist etwas mehr beeinflusst von Jazz, Latino und Soul. Neben „Can can“ hatten die BAD MANNERS mit „Walking in the sunshine“ noch einen Hit. Trotz des hohen musikalischen Niveaus und der Weiterentwicklung sind mir die Stücke etwas zu melancholisch.

Auch die Stimme ist auf diesem Album nicht besonders toll, so dass ich hier die an MADNESS orientierten instrumentalen Teile der Platte allem anderen vorziehe. „Gosh It’s ... Bad Manners“ bleibt ein gutes Album, reicht aber für meinen Geschmack leider nicht an die beiden Vorgänger heran.

Diese CD beinhaltet sechs Bonus-Stücke nebst Lyrics und kurzen Linernotes. Spätestens beim vierten Longplayer, „Forging Ahead,“ sind wir im musikalischen Zeitgeist und Sound der Achtziger angekommen.

Ich mag den Produktionsstil dieser Zeit, auch wenn er mehr auf Disco ausgelegt war (vor allem beim Schlagzeug). Neben den beiden Singles „Samson and Delilah“ und der Millie-Interpretation „My girl lollipop“ sind meine persönlichen Highlights „Salad bar“ und „Falling out of love“.

Insgesamt fällt „Forging Ahead“ poppiger aus, was mir persönlich gut gefällt, denn Pop-Ska liegt den BAD MANNERS am meisten. Auf dieser CD finden sich zehn Bonustracks, und auch hier gibt es dazu die Texte sowie einige Erläuterungen.

Insgesamt ein verdammt geiles Paket, wenn man sich denn alle vier CDs der Magnet Records-Ära besorgen möchte. Definitiv eine lohnenswerte Sache, nicht zuletzt weil ich der Meinung bin, dass sich hier eine Band mit großartigen Musikern präsentiert.

Es gab einige weitere Alben mit guten Nummern, eher für ein Skinhead-Publikum, was in den Anfangstagen gar nicht so im Vordergrund stand. Seit diesen Jahren steht hinter der Marke BAD MANNERS einzig und alleine Sänger Buster Bloodvessel mit wechselnder Backing-Band, wie es leider bei diesen alten Haudegen heute so oft der Fall ist.

Da kann man mal Glück oder auch Pech haben. Bei diesen vier CDs kann man aber bedenkenlos zugreifen! Hier wurde Musikgeschichte geschrieben.

Simon Brunner

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #95 (April/Mai 2011)

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