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NOFX

Single Album

Man nehme 23 Songs, zwei Tonträger und fertig ist ein Doppelalbum. Klingt in der Theorie simpel, funktioniert in der Praxis aber nur, wenn man auch genug überzeugende Tracks geschrieben hat. Dies war bei NOFX nicht der Fall, doch statt ein halbgares Double-Album auf den Markt zu bringen, entschieden sie sich dazu, das Ganze auf zehn Songs zu kürzen und mit „Single Album“ das erste neue Studiowerk seit vier Jahren zu veröffentlichten. Eines, das für NOFX-Verhältnisse sowohl relativ düster als auch experimentell daherkommt. So eröffnet „The big drag“ das 14. NOFX-Kapitel schon fast post-hardcoreesk, mit einem düsteren Fünf-Minuten Stück. Und genauso geht es weiter, egal ob das herzergreifende „I love you more than I hate me“, das von Reggae getriebene „Fish in a gun barrel“ über einen Amoklauf oder die Pianoballade „Your last resort“, Fat Mike und seine Kollegen nehmen uns hier mit auf einen sehr dunkeln Pfad, was NOFX aber zweifelsohne gut steht. „Single Album“ ist keine Gute-Laune-Punk-Platte, aber dafür ein weiterer Meilenstein in der Diskografie der Punkrock-Pioniere aus Kalifornien, das mit jedem Durchgang besser wird.