25 Jahre später: THE MAKE-UP

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Save Yourself (LP/CD, K, 1999)

„Save Yourself“ sollte anno 2000 die erste Veröffentlichung von THE MAKE-UP aus Washington, D.C.werden, die den Weg in mein Tonträgerregal fand, und für die Band blieb es das bisher letzte Studioalbum. Unzählige Male saß ich zuvor in der Goldenen Ära der Mailorder-Kataloge vor den Rezensionen, die die Releases der vier „Uniformierten“ beschrieben, um immer wieder mit großen Fragezeichen erneut resignierend zu dem Schluss zu gelangen, lieber keinen zufälligen Kauf auszulösen. Bereits im Auftrag von NATION OF ULYSSES kreiste Ians Mikrofon durch die Konzerträume, jedoch zeigte sich der musikalische Background eindeutig dem Punk verbunden und sie schreckten nicht davor zurück, mittels Trompete Soul- und Rock’n’Roll-Aspekte zu initiieren.
Ian stöhnt, haucht, kreischt, schleudert seine exaltierten Shouts noch aufgeregter durch die Gassen und die verwinkelten Räume der Rotlichtbars, die von seiner metrosexuellen Aura umhüllt werden. Bei „In mass mind“ suhlen sie sich in abgehangenen Beats, Gospel und Weird-Funk, der mit der Energie des Punk und einer Vielzahl an Verschwörungsmythen spielt, wobei sie auf utopische Weise Dinge miteinander verbanden, die vom Ansatz her vermutlich nicht sonderlich gut zusammenpassen, da Punk und traditionelle, religionsbezogene Musikstile doch in politischer Hinsicht getrennte Wege gehen. Der Funk blieb zugunsten des umherschweifenden Blues auf „Save Yourself“ deutlich im Hintergrund, was aber nicht bedeutet, das der verstärkt in den 1970er Jahren hängende Sound weniger schweißtreibend ausfällt. Vermehrt an THE DOORS erinnern die Orgelsounds und mit dem Einsatz des Wah-Wah frönen sie dem am 18.09.1970 verstorbenen Jimi Hendrix.
Das triumphale Finale: eine Coverversion von „Hey Joe“. Heather Worley wurde für den Gastgesang rekrutiert, bescheinigt diesem „respektlos“ in allen möglichen musikalischen Gefilden watendem Album die Halbwertzeit des vergangenen Vierteljahrhunderts und ich bin mir sicher, das es nach weiteren 25 Jahren noch genauso überraschend und fordernd daherkommt. Unerschütterlich tönt hier alles wie eine musikalische Verfolgungsjagd, bei der zwielichtige Agenten mit unerlaubten Tricks versuchen, sich gegenseitig die nächste Schlagzeile abzujagen. „Entertainment“ verheißt die Leuchtreklame, da auch die Bühnenpräsentation das Publikum auf seine Seite zieht und Ian regelmäßig in „Yeah, yeah“-Chöre einstimmt. Michelle Mae, James Canty, Steve Gamboa und Ian Svenious agieren wie im Rausch und unterziehen uns einer einzigartigen Gehirnwäsche, die existierende oder nachkommende Bands wie GOGOGO AIRHEART, TOKYO SEX DESTRUCTION und THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY maßgeblich beeinflussten sollte.

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