© by TonyB. GunnerAber kein Metalcore. So lässt sich die Band aus Walsrode, die sich nach einem IGNITE-Song benannt hat, einordnen. Ob das auch auf „Defy And Conquer“, das neue Album der Band, zutrifft, verrät uns Bassist Tank.
Normalerweise spricht man ja bei der Verbindung von Heavy Metal und Hardcore von Metalcore. Obwohl ich bei euch Elemente von beiden Genres erkenne, würde ich euch aber nicht mit dem in einen Topf werfen, was als Metalcore bezeichnet wird. Würdest du da zustimmen? Wo kommen eure Einflüsse her?
Ja, das sehe ich auch so. Metalcore trifft es nicht so richtig. Metalcore klingt für mich schon wesentlich moderner. Bei uns kommen die Einflüsse eher aus dem klassischen Heavy-Metal-Bereich. Wir hören natürlich auch derbes Zeug, das kommt bei ASH RETURN aber nicht zum Tragen. Gerade Kniffel ist bei den Gitarrenmelodien schon stark von IRON MAIDEN beeinflusst. Ansonsten gehen alte ACCEPT, MANOWAR oder JUDAS PRIEST bei uns immer noch gut rein und hinterlassen hier und da natürlich Spuren. Was den Hardcore-Anteil angeht, haben wir ja eigentlich nur den Sound etwas erweitert, den wir zuletzt mit MIOZÄN gefahren haben. Das war ja durchweg klassischer Hardcore im Stil der späten 1980er und frühen 1990er. Ein Arbeitskollege von Kniffel meinte mal zur Anfangszeit von ASH RETURN: „Ja, ja, was dem Metaller sein Schwert, ist dem Hardcoreler die Faust“ ... Das ist bei uns kleben geblieben und so sind wir mit dem Begriff „Swordcore“ um die Ecke gekommen.
Wenn du es aufschlüsseln müsstest: Was in eurer Musik kommt aus dem Hardcore, was aus dem Metal?
Für mich ist das schon noch zu einem großen Teil Hardcore. Vielleicht 60/40? Wir singen aber definitiv nicht über Drachen. Die Scheu vor klassischen Metal-Einflüssen und vielleicht auch mal Klischees haben wir aber definitiv abgelegt. Keine Regeln mehr für uns. Gut, das ist heutzutage ja auch kein Thema mehr. In den 1990ern waren wir da ehrlich gesagt noch viel vorsichtiger, pingeliger. Da musste es ja zwingend die reine Hardcore-Lehre sein. Aus heutiger Sicht natürlich totaler Quatsch.
Ihr seid nun also alle alte Hasen im Hardcore-Business – was treibt euch nach so langer Zeit noch an, zusammen weiter Musik zu machen?
Ich kann mir gar nicht aussuchen, ob ich Musik machen will oder nicht. Wenn ich zu lange nichts Neues mache, kriege ich irgendwann schlechte Laune. So komme ich dann in meinem Fall in 34 Jahren auf mittlerweile 16 Scheiben. Das Ganze hat natürlich auch einen starken therapeutischen Touch. Die negativen Sachen, die wir in den Texten verarbeiten, werden so natürlich wunderbar rausgepowert. Spart vielleicht keine Therapie, hilft für die Ausgeglichenheit aber ungemein. Die perfekte Psychohygiene!
Mit welchem Blick schaust du allgemein auf die Hardcore-Szene von heute im Vergleich zu damals?
„Früher war alles besser“ ist natürlich Käse. Gefühlt war aber früher schon ein Tick mehr Idealismus im Spiel. Das ist natürlich aber auch sehr subjektiv und es wird sicher heutzutage genauso viele Hardcore-Kids geben, für die das Ganze mehr ist als nur das schnelle Entertainment auf Spotify und YouTube. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich die junge Hardcore-Szene heutzutage auch nicht mehr richtig beurteilen kann. Ich nehme mir zwar immer vor, neue, junge Bands anzuchecken, aber mit zwei eigenen aktiven Bands fehlt mir da leider meistens die Zeit.
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