BEING AS AN OCEAN

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Ein neues Gefühl

Zwei Jahre ist es her, dass BEING AS AN OCEAN ihre Fans mit ihrem letzten Album „Proxy“ beglückten. Mit „Catch the wind“ gibt es nun den ersten Vorboten für neue Musik. Michael McGough (Gitarre/Klargesang) begrüßt uns aus einer kleinen Stadt in England, um mit uns über die neue Single, den künftigen Sound der Band und die Einflüsse der Pandemie zu sprechen.

Es ist schon zwei Jahre her, dass ihr ein Album veröffentlicht habt. Was war seitdem bei euch los?
Ich war sehr beschäftigt. Angesichts der Umstände mit der Pandemie und allem, was vor sich geht, war es natürlich schwierig, viel zu tun. Es gibt im Moment eine Menge Einschränkungen, so dass wir nur eine begrenzte Zeit zusammen verbringen können. Wir haben eine Menge Musik geschrieben. Jeder in der Band hat ein kleines Heimstudio, so dass wir Musik schreiben und sie uns gegenseitig hin- und herschicken können. Buchstäblich zwei Wochen bevor die Pandemie begann, waren wir zusammen im Studio in Kalifornien und haben neues Material geschrieben, also haben wir sehr viel daran gearbeitet. Das hat uns in den letzten zwölf Monaten ziemlich auf Trab gehalten.

Gibt es irgendetwas, das du mir über die Veröffentlichung eines neuen Albums erzählen kannst?
Ehrlich gesagt wünschte ich, ich könnte. Im Moment sind wir in dieser Phase: Lasst uns den Song „Catch the wind“ rausbringen und die Reaktionen darauf abwarten. Gleichzeitig schreiben wir weiter. Ich habe heute noch an einem neuen Song gearbeitet, ich habe schon ein paar neue Ideen, mit denen ich morgen loslegen will. Ich weiß, dass Tyler bei sich in Paris das Gleiche macht. Joel und Ralph schicken uns die ganze Zeit Sprachnotizen. Wir haben viel hin- und hergeschrieben, und wenn die Zeit reif ist und wir alle sicher zusammen im Studio sein können, denke ich, dass wir ziemlich schnell ein wirklich cooles Endprodukt haben werden, so wie es im Moment läuft.

Die neue Single hat wieder mehr Screaming-Elemente, wohingegen „Proxy“ eine Menge Clean Vocals enthielt. Werden wir Joels Gesangsstimme auch bei zukünftigen Veröffentlichungen mehr hören?
Ich denke schon, ja. Vielleicht nicht so viel wie auf dieser Platte, aber er ist zu gut, um nicht viel damit zu machen. Ich hoffe, er hasst mich nicht dafür, dass ich das sage, aber ich denke, er hat eine wirklich gute, starke Gesangsstimme und ich würde es hassen, wenn er nicht singen wollte. Vieles von dem, was wir bisher für die neue Platte geschrieben haben, besteht hauptsächlich aus Screaming, aber das heißt nicht, dass er nicht auch einen tollen Refrain oder so hinbekommen kann, weißt du? Also ja, ich denke, es wird mehr von Joels Gesang geben, vielleicht nicht ganz so viel wie bei „Proxy“.

Auf eurem letzten Album habt ihr auch mit elektronischen Elementen experimentiert, aber die neue Single scheint eher der klassische Metalcore zu sein. Welche Musik hört ihr selbst so?
Ich erinnere mich an eine Tour, da waren wir, THY ART IS MURDER, CASEY und MISS MAY I, und das war eine ziemlich heftige Angelegenheit. Jeden Abend hingen wir Backstage ab oder waren im Bus und hörten Popmusik. Ich habe in letzter Zeit viel Kim Petras gehört, eine fantastische Popsängerin. Es gibt so viele unglaubliche Bands, die wir gerne mögen. Aber wir sind nicht auf irgendetwas beschränkt, völlig aus dem Nichts sagt Joel schon mal: Oh, ich habe gerade diesen einen Track gehört, ich glaube, der wird euch gefallen! Und es ist irgendeine verrückte Country/Western/Folk-Nummer, wie sie mein Dad lieben würde. Das ist eigentlich perfekt, denn wir haben auch viele Einflüsse aus dieser Richtung.

Was können wir in Zukunft von eurem Sound erwarten? Mehr Experimente oder zurück zum klassischen Metalcore?
Ich würde nicht sagen, dass wir zu einem bestimmten Sound zurückkehren, denn das klingt, als ob wir einen Schritt zurückgehen würden. Ich denke, wir werden langsam in die Kategorien zurückfallen, in denen wir früher waren, zu vielem von dem, was uns überhaupt erst für die Musik begeistert hat, also Bands wie UNDEROATH oder ALEXISONFIRE. Post-Hardcore, Emo oder was auch immer, aber wir werden keine Angst haben, weiter zu experimentieren.

Hat die Pandemie einige der Texte auf dem neuen Album beeinflusst?
Ich denke, es war so hart für alle, da ist es unvermeidlich. Wir sind definitiv stark durch bestimmte Aspekte der Pandemie beeinflusst, wenn es um die neue Platte geht. Vor allem die Isolation. Für mich persönlich habe ich in letzter Zeit viel über Isolation nachgedacht. Ich wohne in einer sehr kleinen Stadt, mitten im Nirgendwo. Ich habe keine Freunde in der Gegend, ich sehe nicht viele Leute, also war das sehr schwer für mich. Daher muss ich darüber schreiben und das irgendwie in einen Song packen, aber das ist bei jedem anders.

Wird es auch besonders emotionale Songs geben? Eure beliebtesten Stücke sind textlich teilweise ziemlich heavy.
Es gibt eine Menge cooler Ideen, mit denen wir experimentieren. Reichlich Klavier und sogar akustische Sachen. Was auch immer wir in die Finger bekommen können, sei es mit Instrumenten oder am Computer, um mit Sounds herumzuspielen – wenn es sich richtig anfühlt und Teil der Botschaft ist, die wir zu vermitteln versuchen, werden wir einfach tun, was immer wir können. Egal ob es ein super trauriges Piano-Stück oder ein richtig harter Song ist.

Worauf können sich Fans im Jahr 2021 noch freuen?
Auch wenn wir das leider nicht beeinflussen können, dennoch darauf, dass wir wieder touren werden. Wir haben ein paar wirklich coole Ideen, die wir gerne umsetzen würden. Wir haben ein brandneues Plattenlabel, mit dem wir zusammenarbeiten, wir haben neue Musik, wegen der wir sehr gespannt sind, ein ganz neues Gefühl, das BEING AS AN OCEAN den Leuten vermitteln. Ich denke, jede Platte, die wir bisher gemacht haben, hat ein bestimmtes Thema oder einen Vibe und ein Gefühl, eine Emotion bei den Leuten ausgelöst, so dass sie sich damit verbunden fühlen, und ich denke, dass wir das unbedingt wieder erreichen wollen. Erwartet einfach, dass ihr tief in eure eigenen Gefühle eintauchen könnt, wenn wir soweit sind, die neue Musik zu veröffentlichen.