BUSTER SHUFFLE

Foto© by Michael Rowland

Ska against misery

Der Winter war viel zu lang und nass und kalt und drückte gehörig aufs Gemüt. Und die Welt an sich? Wählt AfD. Wählt Trump. Wählt rechten Dreck. Lässt sich von billigem Populismus blenden. Dreht durch. Und diejenigen, die noch auf der guten Seite stehen, werden zunehmend verzweifelter. Was also tun? BUSTER SHUFFLE haben da einen Vorschlag: Ska against misery. Quasi.

Denn Upbeat hilft immer. Vor allem aber hilft sich zusammentun. Sich einander versichern. Sich gegenseitig zeigen, dass es noch immer genug Gute gibt. Genug Gleichgesinnte, die angesichts der Weltlage nicht in der Depression versinken, sondern dem ganzen Mist entgegenwirken wollen. Entsprechend haben die Engländer ihrem neuen Album den Titel „Together“ gegeben. Weil’s eben nur zusammen geht. Abgesehen davon haben sich BUSTER SHUFFLE in den vergangenen Jahren aber auch einfach zu einer der populärsten Ska-Bands Europas entwickelt. Sie touren gefühlt stetig durch die Lande. Sie sind live eine Bank. Und sie haben mit Jet einen maximal sympathischen und gut gelaunten Frontmann, der in der Sonne Spaniens sitzend mit uns via Zoom über „Together“ in Albumform und als Maßnahme gegen das Schlechte in der Welt spricht.

Jet, ich sehe, dass bei dir die Sonne scheint und wage zu behaupten: Das kann nicht England sein.
Das stimmt, haha. Wir sind im Urlaub und drehen in Spanien zudem das Video zu einer unserer nächsten Singles. Ich habe hier also ein paar Tage in der Sonne, während das Wetter in England verdammt beschissen ist. Und das genieße ich und finde es schön, für eine kurze Zeit hierher zu kommen. Denn ansonsten sind ja momentan alle deprimiert. Aus gutem Grund. Die Welt ist verrückt geworden. In Deutschland ist es ja wahrscheinlich genauso mit dem ganzen Scheiß, der gerade bei euch passiert.

Absolut. Seit der jüngsten Wahl ist die Stimmung hierzulande noch gedrückter, als sie es zuvor schon war. Das Wahlergebnis war vielleicht nicht überraschend, aber es war dennoch erschreckend.
Ja, und so ist es gefühlt derzeit überall, oder? Die soziale Spaltung wächst und Populismus und sonstiges Bullshit-Verhalten nehmen immer mehr zu. Leider.

Immerhin: Wir kämpfen wie viele andere dagegen an. Du nicht zuletzt als Musiker. Also habt ihr euer neues Album „Together“ genannt. Und Zusammenhalt ist das genaue Gegenteil von allem, was gerade in der Welt passiert. Es ist womöglich ein Ausweg.
Ja, das stimmt. Und es ist ein verrücktes Timing, denn wir haben das Album schon vor knapp zwei Jahren geschrieben – und die Songs passen perfekt ins Hier und Jetzt. Die Welt ist im Moment derart gespalten, dass sich die die Dinge für viele Menschen ziemlich hoffnungslos anfühlen. Wir sehen rechtspopulistische Parteien wie Reform UK in Großbritannien oder die AfD in Deutschland, die die Gesellschaft spalten. Aber wir sind eine Band und als solche eine Einheit. Und für uns geht es sehr darum, zusammen zu sein und Empathie zu zeigen. Denn Mitgefühl und Solidarität sind etwas, das in der Welt Mangelware zu sein scheint. Also schwenken wir diese Flagge und treten dafür ein. Klar, wir sind sicherlich keine explizit politische Band. Aber wir sagen unsere Meinung.

Das ist ein interessanter Aspekt: Ihr seid keine politische Band, wie du sagst. Aber ich denke, wenn man als Band um die Welt tourt und Menschen besucht und deren Leben und Kultur kennenlernt, ist man immer mit Politik konfrontiert. Ob man will oder nicht. Diese Dinge, diese Begegnungen sind nämlich nichts anderes als Politik. Man kann sich da nicht rausziehen und rausreden. In der Musik geht es immer irgendwie um Politik, oder?
So ist es. Es gibt Musik, die man über Fußball schreiben kann, über das Trinken mit Freunden, über eine gute Zeit.Und auf der anderen Seite steht Musik, die man über ernste Themen schreiben kann, wie den Brexit und andere Katastrophen, die uns persönlich betreffen. Natürlich sind wir als BUSTER SHUFFLE im Wesentlichen eine Partyband. Wir schreiben gerne Musik, die easy ist, und wir haben Spaß daran, diese Musik zu spielen, und wir haben Spaß bei unseren Konzerten. Aber manchmal ist es wichtig, ein schwereres Thema in einem Songtext zu verarbeiten, um ernsthafte Dinge anzusprechen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, dieses Album „Together“ zu nennen?
Wir wollten einfach ein Album machen, um – wenn du so willst – über unsere Fans und das Zusammenkommen aller zu sprechen, die so denken wie wir. Wie gesagt: Es ist im Moment eine sehr stressige Zeit, in der politisch viel abgedrehter Scheiß passiert. Deshalb wollen wir, dass sich die Menschen verbünden. Unsere Musik hat, lass es mich mal so ausdrücken, dieses Element der psychischen Gesundheit: Wir kümmern uns um die Menschen, wir kümmern uns um unsere Freunde. Wir ziehen einfach alle an einem Strang. Das haben wir gespürt, als wir vor 18 Monaten das Album geschrieben haben. Und jetzt spüren wir es umso mehr. Jetzt scheint es noch relevanter zu sein als je zuvor. Wir müssen zusehen, dass wir uns alle zusammentun! Alle, die die gleiche Einstellung und das gleiche Ethos, die gleichen Werte haben. Weißt du, es ist leicht, sich hoffnungslos zu fühlen, wenn man sich die Wahlergebnisse in vielen Ländern und die Gesichter zahlreicher Politikerinnen und Politiker anschaut und für die Zukunft nur noch schwarzsieht. Aber wir müssen es schaffen, die Dinge positiv zu betrachten. Und ich denke, uns zusammenzutun ist das Einzige, was wir machen können, um positiv zu bleiben. Ich weiß, das ist schwer. War es die ganze Zeit schon. Ich meine, bei euch in Deutschland ist es gerade richtig heftig. Aber in England leben wir ja streng genommen noch länger mit diesem verdammten Wahnsinn. Genauer gesagt seit dem Brexit-Referendum. Das ist fast zehn Jahre her, aber ich bin immer noch genauso wütend darüber wie damals, 2016, als das alles passierte! Ich frage mich immer noch jeden Tag: Was zum Teufel ist in England geschehen? Wie sind die Leute um Himmels Willen darauf gekommen? Leute – das darf man ja nicht vergessen – aus allen Schichten! Menschen mit Geld wollten den Brexit. Und Menschen ohne Geld wollten ihn. Alle. Es ging also nicht einmal um irgendein Klassending. Es war und es ist einfach verrückt! Und seitdem es angefangen hat, scheint es immer schlimmer zu werden und einige lachen immer lauter darüber.

Wer?
Trump und Putin zum Beispiel. Sie wollten den Brexit und betonten stets, er sei eine gute Sache. Und warum? Weil sie Europa spalten und für Unruhe sorgen wollten. Und bei uns war ein großer Teil der Bevölkerung schließlich naiv genug, ihre Lügen zu glauben. Es ist doch so: Die Tatsache, dass Europa nicht vollständig vereint ist, schmerzt immer noch. Dabei wäre es heutzutage wichtiger denn je. Eigentlich. Aber leider sind wir es nicht. Es ist eher alles verrückt geworden. Also muss man zusammenkommen und sich an den einfachen Freuden im Leben festhalten, bei denen man sich gut fühlen kann: Familie, Freunde. Und Musik. Darum geht es. „Together“.

Gerade für euch dürfte die Band, neben der Familie, der Ort schlechthin sein, an dem ihr zusammenkommt und zusammen seid. Ist es heute wichtiger denn je, Bands zu gründen?
Ja, definitiv. Geht raus und gründet eine Band! Selbst wenn ihr kein Instrument spielen könnt. Das ist egal. Habt einfach Spaß und gute Leute um euch herum. Darum geht es, haha.

Glaubst du, dass die Punk- und Ska-Szene, in der du mit BUSTER SHUFFLE unterwegs bist, besonders offen ist für dieses Zusammengehörigkeitsgefühl, für Solidarität?
Ja, das würde ich schon sagen. Ich meine, ich weiß nicht wirklich viel über andere Szenen, weil ich ein bisschen wie ein Dinosaurier bin, wenn es um Musik geht, haha. Ich mag, was ich mag, und ich mag nicht, was ich nicht mag. Und ich beschäftige mich nicht mit anderen Dingen, wenn sie mich nicht interessieren. Für mich dreht sich alles um Old-Reggae, Old-Ska und Punk. Aber du hast recht. Das sind alles sehr umfassende, sehr einende Musikgenres mit bestimmten Werten. Wir schätzen uns sehr glücklich, hier mit Gleichgesinnten zusammenzutreffen. Das ist existenziell.

Ein ebenso schönes wie kurioses Beispiel für Zusammenhalt ist eure Shuffle Army. Wie ist die eigentlich entstanden?
Es gab anfangs ein paar Leute, die uns folgten, und wir haben irgendwann angefangen, darüber zu reden. Dann wurden es mehr und mehr. Es wurde zu einer Art Fanclub. Die Leute begannen, sich selbst als „Shuffle Army“ zu bezeichnen. Und jetzt nennen wir sie auch so. Es ist schön, diese eingeschworenen Fans zu haben. Das ist ja vergleichbar mit loyalen Fußballfans. Diese Leute sind diejenigen, die die Band wirklich, wirklich lieben. Unsere treue Fangemeinde. Die müssen sie anerkennen und extrem wertschätzen.

Warst du selbst jemals in der „Army“ irgendeiner Band – ich denke da an KISS oder TURBONEGRO?
Nein. Ich höre eher viel alte Musik. Und ich glaube nicht, dass es auf Instagram oder Facebook so etwas wie eine Fan-Seite für Desmond Dekker oder so gibt, haha. Aber ich werde darüber nachdenken. Ich werde eines Tages womöglich irgendwo beitreten. Das ist eine wunderbare Idee!

Wir haben gerade über Deutschland gesprochen. Du scheinst gut über die politischen Dinge, die hier vor sich gehen, informiert zu ein. Was ist für dich und die Band so wichtig an Deutschland?
Als wir vor 15 Jahren als Band angefangen haben, waren Städte und Veranstalter in Deutschland sehr daran interessiert, uns einzuladen. Das war, ehe in England jemand auf uns aufmerksam wurde. Jetzt machen wir natürlich viel mehr in Großbritannien. Hier passiert sehr viel. Im Sommer sind wir gleich bei mehreren englischen Festivals dabei. Aber Deutschland fühlt sich wirklich wie unsere zweite Heimat an. Und das ist toll – obwohl ich kein Deutsch spreche, haha. Immerhin: Ich mag das Bier. Ich mag die Leute. Und die Kultur ist in vielerlei Hinsicht der englischen sehr ähnlich.

Ich kenne hierzulande Menschen, die sagen, dass BUSTER SHUFFLE eine der besten Live-Bands auf diesem Planeten sind. Wie ist das in England, wo es diese Szene-Legenden wie MADNESS oder THE SPECIALS gibt? Wie ist gefühlt euer Standing in der Szene vor der eigenen Haustüre?
MADNESS spielen immer noch, aber sie treten mittlerweile weniger auf. THE SPECIALS gibt es wegen Terry Halls Tod nicht mehr, auch wenn einige andere ehemalige Mitglieder noch auf Tour sind. Es scheint, als würde es in England eine sich wirklich entwickelnde Szene mit einer Welle jüngerer Bands geben, die Ska oder Ska-Punk spielen. Vielleicht hast du schon von DEATH OF GUITAR POP oder MILLIE MANDERS AND THE SHUTUP gehört. Diese Bands gibt es schon eine Weile und sie nehmen in England gerade Fahrt auf. Und wenn wir, BUSTER SHUFFLE, dazwischen als gute englische Band gelten, dann reicht uns das schon. Das ist unser Status, denke ich. Beziehungsweise: Wenn die Leute denken, dass MADNESS eine gute Band sind und auch wir eine gute Band sind, und wenn sie uns im selben Satz wie sie erwähnen, dann haut mich das jedes Mal aufs Neue total um.

Das Album „Together“ ist nicht nur euren Fans gewidmet, bei dem Song „Take a pill“ singen viele von ihnen auch gleich mit.
Ja, das haben wir auf dem This Is Ska-Festival in Dessau aufgenommen. Wir haben zwei- bis dreitausend Leute dazu gebracht, den Refrain eines Liedes zu singen, das sie zuvor noch nie gehört hatten und das noch nicht fertig war. Denn es gab nur den Refrain. Ich habe den Chor mit meinem Handy aufgenommen. Letztlich wollen wir durch solche Aktionen zeigen, wie wichtig es ist, diese Menschen für ihre 15-jährige Treue zu würdigen.

Eine tolle Idee. Und ihr habt jetzt zwei- oder dreitausend garantierte Käufer und Käuferinnen eures neuen Albums, denn sie alle wissen: Wir sind auf der Platte!
Ein guter Punkt. Die Daumen sind gedrückt, ja, haha. Das werde ich bald wohl auch auf Social Media posten müssen. Dieser Song wird ohnehin eine unserer nächsten Singles.

Jet, es scheint mir zwei Musikgenres zu geben, die irgendwie immer funktionieren. Ich spreche von Irish Folk/Punk und Ska. Warum eigentlich? Was ist für dich als Künstler in diesem Genre der Grund dafür?
Ich denke, es liegt daran, dass das prinzipiell Partymusik ist. Ein Beispiel: Es gibt nur wenig, was mit einem echten Cèilidh, einem traditionellen irischen Beisammensein mit Tanz, mithalten kann. Aber Bands wie DROPKICK MURPHYS oder FLOGGING MOLLY machen das alles mit verzerrten Gitarren und Drums noch härter, so dass eine richtig große Party daraus wird. Und Ska ist genauso Partymusik. Es hat diesen Schwung, diesen Vibe, diesen Mitsing-Faktor mit sehr eingängigen Melodien. Wer also gerne ausgeht und Spaß hat, sollte zu einer Ska-Band oder einem Konzert mit irischer Musik gehen. Gute Stimmung ist garantiert und es ist Balsam für die Seele.

Gibt es Momente, in denen du als Sänger der Partyband BUSTER SHUFFLE zu Hause sitzt, dich schlecht fühlst und was Melancholisches und Düsteres hörst wie, sagen wir mal, „Disintegration“ von THE CURE?
Ja, solche Momente habe ich auch. Ich glaube, die hat jeder Mensch. Und in solchen Momenten neige ich dazu, alte, ich meine sehr alte, klassische Musik aufzulegen. Orgelmusik. Düstere Stücke von Bach. Dann spüre ich die Schwermut. Es dreht sich für mich auch nicht 24/7 alles nur ums Partymachen. Und ich höre natürlich auch noch viele andere Musikrichtungen neben Ska und Reggae. Nick Drake zum Beispiel. Wunderbar! Akustisch, sanft, düster. Trotzdem: Manchmal muss man einfach rausgehen und sich schütteln und etwas finden, das peppiger ist. Insgesamt sollte man offen für die verschiedensten Genres sein.

Und in welchen Situationen und welcher Stimmung schreibst du deine besten Songs? Wenn du in der Sonne liegst oder wenn du um zwei Uhr nachts am Küchentisch sitzt und eine Flasche Whisky neben dir stehen hast?
Ganz ehrlich, es gibt keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Manchmal ist es zwei Uhr morgens. Und manchmal ist es einfach ein sonniger Tag, an dem ich schreibe. Es gibt für mich keine wirkliche Struktur oder ein spezielles Muster, um auf gute Ideen zu kommen. Meist nehme ich einfach meine Gitarre oder setze mich ans Klavier und fange an zu spielen. Zur Wahrheit gehört zudem: Die guten Ideen, die ein Album ausmachen, kommen mir nicht sehr oft. Je älter man wird und je länger die Karriere dauert, desto schwieriger ist es.

Warum ist das so?
Weil man nicht einfach das erste Album ständig wiederholen kann. Es muss einen Fortschritt geben. Und manchmal ist es schwierig, die Zeit dafür zu finden. Ich meine, wenn man um zwei Uhr morgens oder nachdem man seine Tochter zur Schule gebracht hat, eine gute Idee hat, dann muss man sie sofort notieren, aufnehmen, fixieren. Man muss die Idee festhalten. Sonst ist sie weg. Und wenn man diese Zeit nicht hat oder sich diese Zeit nicht nimmt, bekommt man die Gelegenheit auch nicht zurück. Darüber hinaus fällt übrigens immer auch viel Müll an im Prozess des Songwritings. Auf unserem neuen Album sind elf Songs. Aber ehe die feststanden, gab es hundert absolute Scheißideen und die musst du ja erst mal aussortieren. Das dauert. So ein Album ist ein langer, langer Prozess.

Ich möchte zwei Songs der Platte herausgreifen, wegen ihrer interessanten Titel. Nummer eins ist „Masterplan“. Was hat es damit auf sich? Habt ihr als Band einen Masterplan?
Nein, haha. Hatten wir nie. Dieser Song wird die nächste Single sein. Es geht darum, Bankräuber zu werden, mit dem Geld nach Spanien zu ziehen und in der Sonne Cocktails zu trinken. Ich mag dieses Stück wirklich sehr. Es ist peppig. Er hat Ska-Vibes. Und seien wir ehrlich: Jeder träumt doch davon, dem alltäglichen Hamsterrad zu entkommen und ein anderes Leben in der Sonne zu führen, haha. Es ist ein Song, bei dem wir einfach nur Spaß haben. Die inhaltliche Inspiration dafür stammt übrigens von unseren Freunden COCK SPARRER, denn sie haben ein Lied namens „Marbella“, das vergleichbar ist. Ich habe sie bei einigen Shows am Klavier unterstützt. Dabei spielten wir auch „Marbella“ und ich dachte nur: Das ist so großartig! Es ist eben eine englische Schurkengeschichte alter Schule. Also habe ich ihnen gesagt: „Leute, ich hoffe, es macht euch nichts aus, aber ich werde diese Idee nehmen und sie textlich für uns umsetzen.“ Das ist also unser „Masterplan“. Und wer weiß: Vielleicht ist das tatsächlich ein Weg, um in Zukunft an Geld zu kommen. Ich träume jedenfalls zweimal am Tag davon, haha.

Song Nummer zwei ist „If I were wise“. Bist du nun weise oder nicht?
Ich bin nicht weise. Nein. Definitiv nicht, haha. In diesem Song geht es darum, Vater zu werden. Sich seine Kämpfe mit den Kindern gut auszusuchen. Für mich heißt das: Ich achte genau darauf, welche Kämpfe ich mit meiner Tochter ausfechten möchte. Und dann endet es meistens damit, dass ich Ärger bekomme, haha. Ärger, den ich mir selbst eingebrockt habe. Natürlich ist es manchmal wichtig, auf bestimmte Dinge zu bestehen. Aber es gibt viele andere Situationen, in denen ich wirklich klug sein und die Dinge auf sich beruhen lassen könnte. In dem Lied gibt es zum Beispiel diese eine Zeile, in der ich davon singe, dass Kartoffelbrei an die Decke spritzt. Das geht auf eine Situation zurück, als sie ein Baby war und nicht essen wollte und ich zu ihr sagte: „Du musst aber essen! Es ist wichtig!“ Das Ergebnis: Sie schlug mit der Hand auf den Teller. Die Kartoffeln flogen durch die Gegend. Meine Frau kam herein und fragte: „Warum ist Essen an der Decke?“ Haha! Soll heißen: Eltern lernen ständig dazu. Und man macht Fehler. Und das ist absolut in Ordnung.

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