© by Alex BemisDie Band aus Pennsylvania erlebte in den letzten Jahren einen ziemlichen Aufschwung und gerade hierzulande war der Erfolg besonders spürbar. Sänger Danny erzählt uns im Interview, wie sich das kommende Album „Reflections“ entwickelt hat, warum es so schwierig ist, die Band in eine Schublade zu stecken, und warum es bisher nicht geklappt hat, den Film zu sehen, bei dem FROM ASHES TO NEW einen Song zum Soundtrack beigesteuert haben.
Kurz vor Release eures Albums bist du in einem kleinen Promo-Marathon. Gibt es etwas, worüber du gerne mal reden würdest, wonach dich aber niemand fragt?
Ich habe bisher nicht sehr viele Interviews für europäische Medien gegeben, daher würde ich das gerne mal nutzen, um mich speziell bei den deutschen Fans zu bedanken. Deutschland ist unser größter Markt außerhalb den USA. Das hätte ich niemals gedacht. Es gab Auftritte von uns, die innerhalb von fünf Minuten ausverkauft waren. Gerade arbeiten wir daran, das Konzert in Köln in eine größere Halle zu verlegen. In Hamburg wird es leider nicht klappen, ein Upgrade anzubieten. Wir können es aber kaum erwarten, bei euch zu spielen. Das wird unglaublich.
Dann müsst ihr definitiv noch mal vorbeikommen.
Auf jeden Fall. Allein das ist der beste Beweis, wie wichtig es für uns ist, Shows in Deutschland zu spielen.
Bands werden häufig nach ihren musikalischen Vorbildern gefragt. Mich würde vielmehr interessieren, welche Eindrücke abseits der Musik eure Songs beeinflussen?
Ich glaube, alle Medien, die wir so konsumieren, hinterlassen ihre Spuren. Ich hatte mal die Idee, ein Konzeptalbum zu der Serie „Lost“ zu schreiben. Ich bin ein riesiger Fan davon. Generell Serien- und Filmscores beeinflussen mich sehr. Zudem kommen natürlich alle möglichen persönlichen Beziehungen, die einen sehr großen Einfluss auf mich haben. Meine Eltern haben mich von kleinauf unterstützt, mir meine ersten Instrumente gekauft und mich während dieser ganzen Reise begleitet.
Würdest du es auch durchziehen und auf eurem „Lost“-Konzeptalbum dafür sorgen, dass die letzten Songs eher schlecht sind?
Haha, ja vielleicht. Ich weiß, dass „Lost“ etliche Fans verloren hat, und viele die Meinung vertreten, dass die Serie in den letzten Staffeln immer schlechter wurde. Ich glaube aber, das liegt eher daran, wie die Serie im TV veröffentlicht wurde. Über Jahre hinweg nur eine Folge pro Woche auszustrahlen, macht es den Fans natürlich schwer, am Ball zu bleiben. Ich habe die Serie am Stück gebinget und das hat sie deutlich aufgewertet.
Da gebe ich dir recht. Serien so zu schauen macht meistens mehr Spaß. Wo wir gerade bei Serien und Filmen sind, ihr wurdet vor ein paar Jahren im Soundtrack des Films „The Retaliators“ verewigt. Wie stehst du zu Horrorfilmen?
Ich werde zum Kleinkind, wenn es um Horrorfilme geht. Ich bekomme so große Angst, dass ich eigentlich die ganze Zeit nur wegsehe oder mir die Augen zuhalte, sobald es auch nur im Ansatz gruselig wird. Als ich klein war, haben meine älteren Geschwister mich mal dazu überredet, „The Texas Chainsaw Massacre“ zu sehen. Das hat mich nachhaltig abgeschreckt. Seitdem kann ich keine Horrorfilme mehr ertragen.
Habe ich das richtig verstanden, du hast „The Retaliators“ noch gar nicht gesehen?
Ja, das ist richtig. Ich konnte mich bislang nicht dazu überwinden. Viele Leute haben mir gesagt, dass er echt gut ist und ich ihn mir unbedingt anschauen muss. Ich habe es im Hinterkopf und irgendwann schaffe ich das auch.
Ja, mach das mal, der ist wirklich gut, aber auch sehr hart. Aber zurück zur Musik: Gibt es etwas, das ihr diesmal komplett anders gemacht habt als bisher?
Wir sind das diesmal von Grund auf anders angegangen. Eigentlich hatten wir eine ganze Ladung anderer Songs. Davon haben wir aber den Großteil aussortiert und noch mal fast bei null angefangen. Die Art der Platte ist einfach anders. Sie ist härter. Es ist definitiv eine große Weiterentwicklung. Und dann ist da unsere Release-Show in London. Das haben wir auch noch nie gemacht. Wir freuen uns wirklich sehr darauf, mit dem neuen Material auf die Bühne zu gehen und zu sehen, was das Album so kann.
Weil du gerade den Sound des Albums angesprochen hast. FROM ASHES TO NEW werden sehr häufig als Nu-Metal-Band bezeichnet. Ich finde jedoch, dass das euren Sound etwas zu vereinfacht darstellt. Mit welchem Genre würdest du die Band beschreiben?
Da würde ich dir auf jeden Fall zustimmen. Ich habe erst letztens darüber nachgedacht, wie ich die Band einordnen würde. Wir haben starke Einflüsse aus dem Nu-Metal, aber auch Metalcore und Alternative Metal.
Wir haben Songs, die sind sehr hart und rifflastig. Andere hingegen sind eher Arena-Rock und hymnisch. Es ist sehr schwer, das mit wenigen Worten zu definieren. Alternative-Rap-Metalcore vielleicht. Ich sehe das irgendwie als ein Diagramm verschiedener Genres und in dem Bereich, wo sich alles überschneidet, da befinden wir uns.
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