© by Sharptone RecordsDie Australier machen nicht einfach nur Musik. Sie erzählen Geschichten. Mit ihrem neuen Album „Royal Discordance“ setzen sie dabei die Erzählung des Vorgängers „Trinity“ fort. Sänger Mikey Arthur umreißt die Idee des Albums und – Spoiler Alert! – verrät uns, dass nicht alle Beteiligten lebend aus der Sache rauskommen.
Wer die Band kennt, weiß, dass die Musik von THE GLOOM IN THE CORNER voller Lore ist. Auch ihr neuestes Werk ist episch im erzählerischen Sinne. So geht es auf „Royal Discordance“ um den Anführer einer Gruppe Widerständler, die in einer fast apokalyptischen Welt einem bösen König – vorgestellt auf dem Vorgänger „Trinity“ – den Kampf ansagen. Dieses Mal kommen die Australier aber ohne die vielfältigen Features aus, die „Trinity“ prägten und den einzelnen Figuren ihren Charakter verliehen. So kann die Suche nach den passenden Stimmen laut Mikey Arthur ein ziemlich zeitfressendes Unterfangen sein, also verzichteten sie dieses Mal darauf. Stattdessen übernehmen Gitarrist Jesse Abdurazak und Bassist Paul Musolino jetzt einige Vocalparts. „Ich wollte auch die verschiedenen Fähigkeiten von uns dreien als Sänger präsentieren“, erklärt Arthur.
Die Platte sollte dieses Mal bewusst linearer und stilistisch geschlossener wirken. Die Erfahrungen mit „Trinity“ zeigten, dass sich manche Songs oder Sequenzen nicht so gut umsetzen ließen oder anders wirkten als geplant. „Das Chaos erhalten, aber in andere Bahnen lenken“, lautete das Ziel. Als passenden Theme-Song für das Album nennt Arthur daher „That’s life (Carry me home)“, das laut ihm das Chaos der Geschichte thematisiert, ohne zu übertreiben, und dabei die strukturiertere Seite der Platte präsentiert. Der Kampf zwischen Gut und Böse geht jedoch nicht ohne Verluste über die Bühne. Arthur verrät nicht, wen es trifft – doch ein Charakter, der die Geschichte schon länger begleitet, segnet das Zeitliche und bekommt in den finalen Stücken „Love I: A quaver through the pale“ und „Love II: A walk amongst the poppy fields“ seinen Abschied. „Ich habe viel Mühe investiert, um sicherzustellen, dass er einen würdigen Abgang bekommt.“
Könnte Mikey Arthur ein anderes Medium wählen, um die Geschichte zu erzählen, wäre das entweder eine Live-Action-Serie auf Netflix oder ein 3rd Person Game, denn letztere hatten viel Einfluss auf das bisherige Wirken von THE GLOOM IN THE CORNER. Fans der Australier können sich also auf ein episches Werk freuen, das die Geschichte der Figuren fortsetzt, die viele mittlerweile lieben gelernt haben.
© by Fuze - Ausgabe #117 April/Mai 2026 und Olivia Zöllner
© by Fuze - Ausgabe #117 April/Mai 2026 und Olivia Zöllner