© by Victoria PrestesDie letzte Veröffentlichung von Ben Cook aka GUV (vormals YOUNG GUV) liegt etwas zurück, denn es galt nicht nur, den eigenen Sound zu überarbeiten, sondern auch den Glauben in die Musik überhaupt erst wiederzufinden. Cook, der auch Frontmann bei NO WARNING ist und bei FUCKED UP Gitarre spielte, präsentiert mit „Warmer Than Gold“ seine britischen Wurzeln – musikalisch und auch den Swag.
DSeit der Veröffentlichung von „GUV III & IV“ sind ein paar Jahre vergangen, was ist seitdem passiert?
Nach der Pandemie habe ich ein wenig meinen Weg verloren. Ich war entmutigt davon,
dass Musik heutzutage behandelt wird, als wäre sie nur noch die Untermalung für die nächste Instagram-Story. Wenn ich ehrlich bin, bin ich in eine tiefe Depression über mein Leben gefallen, was mich letztlich ins Krankenhaus gebracht hat. Da habe ich die Kurve gekriegt und langsam meine Vibes wiedergefunden. Ich habe einen Job als Musikmanager angenommen und war so wieder Teil der Musikblase, hatte nun aber einen Blickwinkel, der über das reine Künstlerdasein hinausgeht. Ich begann mir ein Leben in Lissabon und London aufzubauen und mein langjähriger Kollaborateur James Matthew VII fing an, mir Songs aus der Ferne zu schicken. Ich wusste bereits, dass ich den Powerpop und amerikanischen Rock’n’Roll-Vibe meiner letzten LPs nicht fortsetzen wollte. In London, wo meine familiären Wurzeln über Generationen zurückreichen, haben wir angefangen, mit neuen Einflüssen zu experimentieren und Musik zu schreiben, zu der man sich gut anziehen kann. Ich war schon immer Fan von Britrock, Britpop sowie obskurer britischer Indie-Musik. „Warmer Than Gold“ erforscht diese Einflüsse, hält aber gleichzeitig an einem Teil der Energie fest, die man von
früheren GUV-Releases kennt.
Hast du dich jemals zwischen verschiedenen Genres hin- und hergerissen gefühlt?
Nein, ich hatte immer das Gefühl, jede Art von Musik machen und veröffentlichen zu können, ohne dass es komisch wirkt. NO WARNING waren eine der ersten Bands, die einen groovigen New-York-Hardcore-Stil mit Pop-Refrains kombiniert haben. Selbst innerhalb dieser Band haben wir ständig experimentiert. Auf „Suffer, Survive“ gibt es zum Beispiel auch ein Banjo zu hören.
Wie würdest du den Sound von „Warmer Than Gold“ zusammenfassen?
Die Idee für dieses Album war im Grunde: die BEASTIE BOYS produzieren eine Britpop-Platte. Wir haben es so gemacht, wie sie ihre Platten gemacht haben – wie ein Rap-Album, aber mit Gitarren und gelegentlich diesem baggy Sound.
Wie wichtig sind dir Ästhetik und Image?
Sehr wichtig. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich viele neue Sachen nicht mag. Vielen Leuten fehlt es einfach massiv an Swag. Sie sehen aus wie irgendeine generische Fit-Person von der IG-Explore-Seite oder wie irgendein ausgelutschtes Y2K-Zeug. Bands, die sich einen Stylisten geleistet haben, sehen oft sogar noch schlimmer aus. Wir leben in dunklen Zeiten.
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Christian Biehl
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© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Moritz Friedenberg