
Nach der Veröffentlichung von „GUV III & IV“ hatte Ben Cook alias YOUNG GUV die Nase voll davon, aufgrund seines Namens ständig für einen Rapper gehalten zu werden und zieht ab sofort nur noch schlicht als GUV durch die Lande. Doch die Namensänderung gerät lediglich zu einer Randbemerkung, denn in der Welt von Cook passierte Wichtigeres: Das Zweifeln am eigenen künstlerischen Schaffen und am Musikmachen an sich führte zu der Erkenntnis, dass die stilistische Ausrichtung noch einmal gehörig nachjustiert werden muss. Herausgekommen ist ein Album, das kaum konsequenter und überzeugender den Zeitsprung in das Cool Britannia der 1990er vollziehen könnte. Cooks britische Wurzeln sind auf dem Album allgegenwärtig und so nimmt er uns in eine Ära mit, in der Indie-Songs nicht anbiedernd sein mussten, um Erfolg zu haben. GUV zieht sein Ding durch, macht keine Kompromisse oder schielt auf Erfolg, trotzdem entwickeln sich alle Songs mit der Zeit zu kleinen oder größeren Hits, allem voran die Singles „Let your hands go“ und „Chasin’ luv“, deren visuelle Umsetzung auch in Sachen Style wirklich keine Wünsche offenlassen. „Warmer Than Gold“ präsentiert einen Künstler, der gänzlich in einer Sound-Welt bzw. -Ästhetik aufgeht, und ist somit viel mehr als nur eine Verbeugung vor einem Genre.
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Christian Biehl
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