HEART ATTACK MAN

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Apokalyptische Reiter

Die Band aus Cleveland, Ohio meldet sich mit ihrem neuen Album „Joyride The Pale Horse“ zurück, auf dem sich HEART ATTACK MAN nicht nur mit Pferden, sondern auch mit dem Tod und der Angst vor dem Versagen beschäftigen. Im Interview erklärt Sänger Eric, was es mit den Hufeisen auf sich hat und ob er noch immer am „imposter syndrome“ leidet.

Euer neues Album beginnt mit „One more song (imposter syndrome)“ und es klingt so, als hättet ihr eine schwere Zeit gehabt bei der Produktion. Und in gewisser Weise ist es auch emotional ein heftiger Start für das Album, weil es sehr verletzlich wirkt. Es macht den Eindruck, als würdest du dich als Hochstapler betrachten. Ist das etwas, das dich beim Schreiben oft beschäftigt hat?

Ironischerweise war das sozusagen der erste komplette Song, den ich für das Album geschrieben habe. Es ist also so, dass alles irgendwie aus dem Gefühl heraus entstanden ist, dass immer, wenn ich Songs schreibe, ein Gedanke in meinem Hinterkopf auftaucht. Ich denke mir, okay, hoffentlich ist das nicht der letzte gute Track, der mir je gelingen wird, es könnte ja immer sein, aber zum Glück beweise ich mir mit jedem Schritt, dass ich falsch liege. Für mich ist das also ein Gefühl, mit dem ich mich wirklich schon einmal auseinandergesetzt habe, ich würde aber sagen, in der Vergangenheit mehr als in der Gegenwart. Ich bin eher zuversichtlich und sicher mit dem, was wir tun.

An eurem neuen Album finde ich interessant, dass es sich oberflächlich betrachtet ziemlich viel um Pferde zu drehen scheint. Ihr habt den Albumtitel und diese Hufeisen auf dem Cover, aber ihr habt auch ein Pferd in eurem Musikvideo zu „Laughing without smiling“. Warum war das Pferd ein wichtiger Aspekt?
Das ist eine gute Frage. Manchmal passiert so was zufällig. Und manchmal ergibt es sich einfach von selbst. Und für uns, ich meine, ich schreibe ein Album ja auch nicht so, dass ich sage: Okay, hier ist der Name des Albums und ich werde sämtliche Stücke darüber schreiben. Ich lasse mich vom Prozess leiten. Aber der Titeltrack des Albums, „Joyride The Pale Horse“, war der erste Song, bei dem ich wirklich gemerkt habe, dass sich ein übergreifendes Thema abzeichnet. Und ich liebe den Song. Ich denke, er fasst einen Großteil des Albums thematisch zusammen. Es hat einfach Sinn gemacht. Und bei den Hufeisen auf dem Cover ist es so, dass das Album sich um ein großes, übergreifendes Thema dreht, nämlich Tod und Sterblichkeit. Und die Idee sollte sein, dass dies Hufeisen von Pferden sind, die tot sind, und man ihre Hufeisen einfach auf einen Haufen geworfen hat und sie einfach rosten und die Zeit weitergeht. Aber es ist auch, ich meine, ich will nicht zu konzeptionell und tiefgründig werden, aber wenn ich über den Tod spreche und über meine eigenen persönlichen Überlegungen zur menschlichen Sterblichkeit, dann hat mich das Bild des Hufeisens wirklich beeindruckt, denn es gibt eine Art von vorherrschender populärer Idee, dass das Leben irgendwie zyklisch ist und man durch diese verschiedenen Lebenszyklen geht. Und ich meine, manche Leute glauben an Reinkarnation und all das, sozusagen an den Kreislauf des Lebens. Aber für mich war es so, dass ich denke, dass das, was wir tatsächlich bewusst wahrnehmen können, eher wie ein Hufeisen geformt ist, denn es gibt einen Anfang und ein Ende, aber wir haben keine wirkliche Möglichkeit, darüber hinaus etwas wahrzunehmen. Und so denke ich, dass das Hufeisen ein wirklich passendes Motiv ist, um diese Geschichte visuell zu erzählen.

Ich muss sagen, als ich das Albumcover zum ersten Mal sah, dachte ich an etwas ganz anderes, denn die Hufeisen stehen normalerweise für das Speichern von Glück. Ich dachte also eher daran, dass man das Glück auf diesem Haufen Hufeisen hortet. Aber wenn man sich den Titelsong anhört, sieht man es eher so, wie du es gerade erklärt hast, denn das blasse Pferd klingt irgendwie wie ein altes Ross, das bald sterben wird. Es ist wie ein letzter Versuch, das Beste aus dem Leben zu machen.
Das ist sehr interessant. Ja, das könnte ich definitiv verstehen. Das mit dem fahlen Pferd ist in gewisser Weise doppeldeutig, weil es irgendwie biblisch ist. Es ist ja nicht unbedingt eine religiöse Platte, aber sie bezieht sich auf die Reiter der Apokalypse. Aber auch im gleichen Sinne, wie eine Vergnügungsfahrt, ja, ich werde eine Vergnügungsfahrt auf diesem Pferd der Apokalypse machen. Es ist wie das Yin und Yang von Leben und Tod und eine Art Tanz mit der Zerbrechlichkeit des Lebens selbst. Wenn ich all dieses Zeug über den Tod sage, klingt das definitiv nach Weltuntergang und Düsternis, aber es ist nicht alles so. Es gibt all diese verschiedenen Arten, wie man sich dem Tod nähern kann und wie man ihn wahrnimmt, aber auch wie man auf ihn reagiert. Man kann traurig darüber sein, man kann wütend darüber sein, man kann sich darüber lustig machen, aber es ist einfach unvermeidlich. Und es schließlich ist so, dass jeder irgendwann stirbt.

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