KILLSWITCH ENGAGE

Foto© by Travis Shinn

Alles beim Alten

Adam Dutkiewicz, Gitarrist von KILLSWITCH ENGAGE, gibt im Gespräch mit uns tiefe Einblicke in die Entstehung des neuen Albums, erzählt von den Herausforderungen, die der Schreibprozess mit sich brachte, und humorvolle Anekdoten aus dem Bandalltag. Er spricht offen über die Dynamik innerhalb der Band und erläutert, wie sich ihre Arbeitsweise verändert hat.

Mit „The Consequence“ steht nach einigem Warten endlich das neue KILLSWITCH ENGAGE-­Album in den Startlöchern. „Atonement“ liegt circa fünf Jahre zurück und so ist die Vorfreude auf das neue Material der Band riesig. Auf die Frage, wie der Aufnahmeprozess verlief, erklärt mir Adam: „Es hat etwas länger gedauert als erwartet. Wir sind auf einige kleinere Probleme mit Jesse gestoßen, seinen Texten und seinem Gesang. Abgesehen davon war es eigentlich so ähnlich wie immer. Wir sind auf einer Mission, weißt du.“ Adam lässt durchblitzen, dass der Prozess nicht ohne Herausforderungen war. Er betont, dass die Band normalerweise ihre Songs getrennt voneinander schreibt. Das ist der räumlichen Trennung der Mitglieder geschuldet: „Normalerweise machen wir Demos und schreiben die Songs allein, weil wir so weit voneinander entfernt wohnen. Ich und die anderen Jungs leben jeweils am entgegengesetzten Ende des Landes.“ Die räumliche Entfernung ist ein ständiger Faktor, der ihre Herangehensweise an das Songwriting prägt. Doch diesmal war der kreative Prozess anders: „Diesmal haben wir die Sachen wie gewohnt separat geschrieben, aber dann haben wir uns getroffen, um live zusammen die Demos aufzunehmen. So konnten wir Dinge tun, die wir sonst nicht machen. Wenn Mike zum Beispiel das Gefühl hatte, dass der Basspart ein wenig anders sein sollte, dann konnten wir direkt gemeinsam daran arbeiten.“

Adam beschreibt, dass diese neue Herangehensweise dazu beigetragen hat, dass die Songs noch persönlicher und individueller wurden: „Ich schätze, es ist einfach so, dass die Persönlichkeit der Band in den Songs ein wenig mehr zu finden ist, als wenn wir das nicht gemacht hätten.“ Diese Arbeitsweise ermöglichte es, die kreativen Ideen der einzelnen Bandmitglieder noch besser zu integrieren und eine engere Verbindung zwischen den Musikern und den Songs herzustellen.

Ein übergreifendes Motiv gibt es auf dem Album jedoch nicht. Adam erklärt: „Es gibt wirklich kein gemeinsames Thema. Es sind einfach viele Inhalte, aber witzigerweise kam in vielen Texten der Begriff ‚The consequence‘ vor. Wir hatten also das Gefühl, dass er eine besondere Bedeutung hat.“ Statt sich einem festen Konzept zu verschreiben, ließ die Band den Songs einen eigenen Raum zur Entfaltung. Sie decken ein breites Spektrum ab, was den Charakter des Albums noch stärker betont.

Interessanterweise geht die Band auch musikalisch nicht mit einem übergeordneten Konzept ans Werk. Adam erläutert: „Ein Song nach dem anderen. Und ich denke, man kann das auf diesem Album ein bisschen mehr hören. Ich glaube, es gibt mehr Unterschiede zwischen den einzelnen Songs. Einige sind eher luftig und fröhlich und einige sind schwerer und langsamer.“ Diese Vielfalt an musikalischen Stilen und Emotionen gibt dem Album eine interessante Tiefe und sorgt dafür, dass jedes Stück seine eigene Identität hat.

Besonders „Broken glass“ sticht durch seine Entstehungsgeschichte hervor. Adam erzählt: „Alles begann mit Justin, unserem Schlagzeuger. Er kam tatsächlich mit dem ursprünglichen Song an. Also denke ich, dass es auf jeden Fall eine neue Charakterfarbe in die Band bringen könnte, wenn er mehr Songs für uns schreibt.“

Auf die Frage, ob die Band viel experimentiert, antwortet Adam: „Nicht oft. Wir konzentrieren uns eher auf die Songstrukturen und Riffs. Wir müssen sicherstellen, dass alles gut klingt und das Ganze fließt und nicht zu sehr abschweift.“ Die Band bleibt also ihrem Fokus treu. Experimentelle Elemente sind weniger Teil ihrer Arbeitsweise, da die Musik vor allem durch die präzisen, effektiven Strukturen und treibenden Rhythmen lebt. Humorvoll fügt Adam jedoch hinzu, dass es vielleicht an der Zeit wäre, „ein paar Motorradgeräusche“ in ihre Songs einzubauen, ähnlich wie MÖTLEY CRÜE auf „Girls, Girls, Girls.“

Die größten Herausforderungen beim Schreiben beschreibt Adam so: „Ich versuche einfach, mich selbst herauszufordern und es aufregend zu machen. Ich wollte das Tempo ein bisschen mehr pushen, es ein bisschen thrashiger machen.“ Für Adam bedeutet das Schreiben von Musik vor allem, „seine Grenzen neu auszutesten“. Das treibt ihn dazu an, „schneller und thrashiger zu spielen, um einen noch intensiveren Sound zu schaffen“.

Besondere Freude bereitet ihm die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, wie er betont: „Ich habe zum Beispiel auch mal etwas mit George von CANNIBAL CORPSE gemacht, das war ein großer Spaß.“ Diese Kollaborationen mit anderen Musikern sind für ihn sowohl inspirierend als auch bereichernd, da sie seine Arbeit mit neuen kreativen Impulse versehen.

Zum Abschluss richtet Adam noch eine kleine Botschaft an die Fans: „Ich möchte mich mal bei unseren Fans bedanken für ihre Unterstützung, weil wir das natürlich nicht tun könnten ohne all die Menschen, die unsere Musik hören und zu unseren Shows kommen und für uns da sind. Also danke euch für alles.“ Einen Appetithappen kann er uns noch mitgeben: KILLSWITCH ENGAGE haben bereits Pläne für eine ausgedehnte Tournee durch Europa, wie Adam andeutet: „Wir haben bereits Pläne, wir buchen gerade die Termine, aber es ist noch nichts angekündigt.“

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