LETTERS SENT HOME

Foto© by Jana Boese

My sound

Die Zwanziger sind bisher ein gutes Jahrzehnt für Pop-Punk und Emo, da trifft es sich gut, dass LETTERS SENT HOME ihr Debütalbum am Start haben. Im Interview erzählt die Wolfsburger Band um Sängerin Emily Paschke von ihren Einflüssen zwischen Metalcore und Pop und was der aktuelle Emo-Hype mit ihnen macht.

Ihr habt die Band 2015, also noch vor dem neuerlichen Pop-Punk- und Emo-Hype, gegründet. Wie habt ihr diesen neuen Höhenflug der Szene erlebt? Seht ihr euch als Teil dieser neuen Welle? Hat euch der Hype beeinflusst oder motiviert?

Als wir damals angefangen haben, 2015 noch unter anderem Namen und seit 2017 dann als LETTERS SENT HOME mit der aktuellen Besetzung, waren für uns vor allem Post-Hardcore und Metalcore mit Emo-Anteil immer die größte Inspiration. Das war vom Gefühl her der Peak der Musik von CASEY, BEING AS AN OCEAN oder auch DREAM STATE auf ihrer ersten Platte. Wesentlich geprägt haben uns auch BOSTON MANOR, die haben damals irgendwie den Zeitgeist des Emo passend in ihre besondere Art des Pop Punk eingebaut. Aus einer Songzeile der Band ist auch unser Name entstanden. Wir haben im Writing aber immer wieder gemerkt, dass wir eigentlich gar nicht so „hart“ sind wie diese Bands und das auch gar nicht sein wollen. Wir lieben genauso Bands wie PVRIS oder auch aktuellere Beispiele wie Holly Humberstone, Gracie Abrams oder Tate McRae, die alle große Inspirationen für uns sind. So entstand beim Schreiben und über drei EPs hinweg unser Sound. Wir würden uns im ersten Schritt selbst nicht unbedingt dem Pop-Punk zuordnen, können aber nachvollziehen, woher das kommt. Emo trifft es wahrscheinlich mehr. Dass diese Musik jetzt in so vielen unterschiedlichen Formen wieder so groß und vor allem so „cool“ geworden ist, finden wir natürlich fantastisch. Als wir starteten, haben wir uns eher als Teil einer kleinen Nische gefühlt, so richtig angesagte Musik war es damals aber nicht. Daher fühlt es sich gerade auch so beflügelnd an. Am krassesten selbst konnten wir es zuletzt auf unserer ausverkauften Support-Tour für DAMONA erleben. Anja ist mit ihren gerade mal 18 Jahren für uns jetzt schon die absolute Rock-Queen aus Deutschland. Wir wünschten manchmal, wir wären jetzt noch mal 14 Jahre alt und würden mit der Band starten. Auf der anderen Seite konnten wir uns so in Ruhe dahin entwickeln, wo wir jetzt sind, und Teil dieser neuen Welle sein. Ohne den Hype oder diese neue Welle würde das kommende Album aber wahrscheinlich genauso klingen, weil unsere Einflüsse und das, woraus wir unsere Inspiration ziehen, nichts mit dem Hype zu tun haben. Nur wäre unsere Musik dann wahrscheinlich noch nischiger.