SKA-PUNK

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10 Klassiker des Ska-Punk- & Skacore

OPERATION IVY „Energy“ (1989)
Zweifellos ist „Energy“ – das einzige Studioalbum von Tim Armstrongs und Matt Freemans RANCID-Vorgängerband OPERATION IVY – eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das wegweisendste Ska-Punk-Album. Obwohl den Herren während ihrer nur zweijährigen Bandgeschichte größerer Erfolg verwehrt blieb, genießt es heute regelrechten Kultstatus und wird häufig als Einfluss für viele spätere Acts des Genres zitiert. Erstmalig wurden hier roher East-Bay-Punkrock und Offbeats in einer explosiven Mischung kombiniert. 2003 erreichte es Gold-Status und darf in keiner gut sortierten Plattensammlung fehlen.

SUBLIME „40 Oz. To Freedom“ (1992)
Obwohl SUBLIME später vor allem durch ihre eher poppigen Nummern kommerziellen Erfolg verbuchen konnten, ist es gerade ihr Debütalbum, das die Essenz des Ska-Punk in Perfektion vereint. Mit nie zuvor gehörter Leichtigkeit verband die Band um Bradley Nowell erstmals reggaelastigen Ska mit wütenden Punkrock, wobei die Songs vor allem im Wechselspiel vertont wurden. Mit Coverversionen von BAD RELIGION oder DESCENDENTS auf der einen, aber auch TOOTS AND THE MAYTALS oder THE TOYES auf der anderen Seite wechselte das Trio aus Long Beach mit spielerischer Leichtigkeit zwischen beiden Genres.

LESS THAN JAKE „Pezcore“ (1995)
Wer Ska-Punk sagt, der muss auch LESS THAN JAKE sagen. Sie waren eine tragende Säule der Dritten Welle des Ska und leisteten wahre Pionierarbeit beim Boom des Genres. Ihr Debütalbum „Pezcore“ erschien 1995 auf Dill Records und legte dank seiner unglaublichen Hitdichte den Grundstein für ihren kometenhaften Aufstieg. Noch heute begeistern sie mit ihrer grandiosen Bläsersektion, ihrem feinen Gespür für Ohrwürmer und ihren mitreißenden Live-Performances. Erst kürzlich veröffentlichte das Quintett übrigens seine neue EP „Uncharted“, zu der die Band ebenfalls im aktuellen Interview Rede und Antwort steht. Kult!

RANCID „... And Out Come The Wolves“ (1995)
Mit ihrem dritten Album gelang dem Quartett aus Berkeley, Kalifornien der große Durchbruch – sowohl szeneintern als auch kommerziell im Mainstream. Was mit der Vorgängerband OPERATION IVY seinen Anfang nahm, mündet hier in meisterhafte Vollendung: Klassischer, traditioneller 2Tone-Ska, gepaart mit melodisch-rauhem Streetpunk, wird in Perfektion dargeboten und begeistert noch heute Punks und Skunx gleichermaßen. Es gibt 19 Songs in 50 Minuten Spieldauer – eigentlich nur Hits und Ohrwürmer. Kaum eine andere Band beherrscht bis heute den stilistischen Spagat so gut wie RANCID.

MAD CADDIES „Quality Soft Core“ (1997)
Mit ihrer Bläsersektion und ihrem feinen Gespür für Melodien stellt das Sextett noch heute eine der Speerspitzen des Ska-Punk dar. Auf ihrem Debüt fokussierten sich die Kalifornier noch stark auf schnellen Skacore und zündeten ein regelrechtes Hitfeuerwerk. Stücke wie „Goleta“ oder „The bell tower“ avancierten mittlerweile zu Kultsongs. Doch auch die späteren Werke, auf denen sie zunehmend mit anderen Stilrichtungen wie Dixieland Jazz, Rocksteady oder Polka experimentierten, sind eine echte Offenbarung. MAD CADDIES zählen noch immer zu den begnadetsten Bands des Genres und sind auch live eine absolute Macht.

THE INTERRUPTERS „Say It Out Loud“ (2016)
In den sogenannten „Dark Ages“, den 2000er und 2010er Jahren, in denen der Ska missachtet oder gar verspottet wurde, traten plötzlich THE INTERRUPTERS auf den Plan und riefen eine regelrechte Welle der Offbeat-Euphorie hervor: Mit ihrem radiotauglichen Ska-Punk eroberten sie im Sturm die Billboard-Charts und Festivalbühnen. Über allem thront dabei Sängerin Aimee Allens markante Stimme. Auch wenn Szenepuristen gelegentlich den Vorwurf des Ausverkaufs äußerten, hauchte das Quartett dem Ska-Sektor wieder neues Leben ein. Auf ihrem zweiten Album „Say It Out Loud“ perfektionieren sie ihren fulminanten Stilmix.

THE SUICIDE MACHINES „Revolution Spring“ (2020)
Abgesehen von einem zwischenzeitlichen Hiatus spielt das Quartett aus Detroit seit 1991 seine ganz eigene Mixtur aus Hardcore, Punk und Ska. 2020 veröffentlichten sie nach 15-jähriger Release-Pause endlich ihr siebtes Studioalbum „Revolution Spring“ und belegen, dass Skacore noch lange nicht das Zeitliche gesegnet hat. Die 16 Songs sind allesamt eingängig und tanzbar zugleich dank wunderbar auflockernd eingestreuten Offbeats. Mit ihren kritischen Texten macht die Band klar, dass Ska mehr ist als nur Gute-Laune-Musik und – wie bereits zur 2Tone-Ära – eine klare politische Message besitzt.

CATBITE „Nice One“ (2021)
Was NO DOUBT und THE INTERRUPTERS bereits mit Bravour vormachten, können auch die seit 2018 aktiven CATBITE aus Philadelphia: Unter Ägide von Frontfrau und Sängerin Brittany Luna spannen sie mit allergrößter Leichtigkeit den Bogen zwischen Traditional, 2Tone und Ska-Punk und entwickelten sich in den vergangenen Jahren zum absoluten Stern am Offbeat-Himmel. Nach einigen EPs veröffentlichte das Quartett 2021 seinen ersten Langspieler „Nice One“, der von Fans und Kritiker:innen gleichermaßen in den höchsten Tönen gelobt wurde. CATBITE dürften wohl bald in aller Munde sein.

BUSTER SHUFFLE „Go Steady!“ (2022)
Lange galten sie als Geheimtipp, doch spätestens mit „Go Steady!“ zementierten die Londoner Pop-Ska-Punks ihren Status als eine der besten zeitgenössischen Bands des Genres. Auf „Go Steady!“ teleportieren die vier Herren den klassischen Stil von MADNESS oder THE SPECIALS unfassbar frisch und frech in die Gegenwart, ohne dabei den Sound der zweiten Welle einfach nur zu kopieren. Intelligente Texte, klare politische Kante und Ohrwürmer ohne Ausnahme. Hier dürfen, nein, müssen Punks und Skunx gleichermaßen zugreifen.

KILL LINCOLN „No Normal“ (2024)
Eines der besten zeitgenössischen Skacore-Alben veröffentlichten KILL LINCOLN just im vergangenen Jahr: rasend schneller, teils harter, teils melodischer Ska-Punk, gepaart mit wunderbar tanzbaren Offbeats und einer Bäsersektion, die jeden Club zum Schwitzen bringt. Sänger Mike Sosinski, auf dessen Hauslabel Bad Time Records „No Normal“ erschien, gilt ohnehin als einer der aktivsten Köpfe der gegenwärtigen Szene. Wer SKANKIN’ PICKLE mag und LESS THAN JAKE vergöttert, der wird KILL LICOLN lieben. Mittlerweile füllen sie große Hallen mit Tausenden von Zuschauern. Derzeit der heißeste Tipp im Ska-Punk-Sektor.

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