© by Lisa JohnsonDas politische Klima, persönliche Schicksale, neuer kreativer Input – es gibt gleich mehrere Gründe, warum THE WORLD IS A BEAUTIFUL PLACE & I AM NO LONGER AFRAID TO DIE sich mit „Dreams Of Being Dust“, ihrem fünften Album, vom ausufernden Prog ihres letzten Werks abwenden und stattdessen einen sehr direkten Weg einschlagen, musikalisch und textlich. Langzeitmitglied und Produzent Chris Teti sowie Neuzugang Anthony Gesa berichten im Interview, warum Altersmilde ein Begriff ist, der wohl nie mit der Band aus Philadelphia in Verbindung gebracht werden wird.
Zu der Single „Beware the centrist“ gab es den Satz zu lesen: „Take a hammer to the world“. Würdet ihr das als den Geist oder das Thema des gesamten neuen Albums bezeichnen?
Anthony: Absolut. Das neue Album beschäftigt sich sehr mit Weltpolitik, nicht nur mit der Politik der USA. Aber es geht auch um Trauer, weil Dave und ich innerhalb weniger Wochen unsere Eltern verloren haben. Meine Mutter war gestorben und ich bin quasi sofort zu Chris ins Studio gegangen, um das Album aufzunehmen.
Wie habt ihr gemerkt, dass die Musik, die ihr vorher gespielt habt, nicht mehr zu der Botschaft passt?
Chris: Nach der Veröffentlichung „Bareware the centrist“ habe ich Nachrichten von Freunden bekommen, die sagten: „Der Song ist großartig und er macht total Sinn, wenn man euch alle kennt.“ Für uns fühlt es sich ebenfalls wie eine natürliche Entwicklung an, aber wir wollen mit dem fünften Album auch ein Statement setzen. Wir haben uns als Menschen verändert und das möchten wir auch mit der Musik und auch mit der Live-Interpretation ausdrücken. Viele der neuen Songs sind etwas heavier, chaotischer und lauter geworden, das hat sich irgendwie eingeschlichen. Anthony, der ja noch relativ neu dabei ist, übernimmt viele der Schreiparts und hat Backing-Vocals gemacht. Wir haben festgestellt, dass das ein wirklich gutes neues Werkzeug ist, das uns da zur Verfügung steht. Zudem haben wir unsere Instrumente für die neue Platte sehr heruntergestimmt, dadurch klingt alles noch aggressiver. Wir haben schon immer mit viel härteren Bands gespielt und mögen härtere, doomige Musik. Warum also nicht auch alles ein bisschen verrückter machen? Es fühlte sich sehr natürlich an, das zu tun.
Normalerweise entwickeln sich Bands aber genau in die andere Richtung. Sie fangen als wütende Hardcore-Kids an, werden dann erwachsen und spielen irgendwann Dad-Rock.
Chris: Ich habe eine Menge Platten produziert und diese Entwicklung bei Bands auch immer wieder beobachtet. Dabei dachte ich immer: Das soll mir niemals passieren. Manchmal kommt es einem wie eine Ausrede vor: „Wir sind älter und haben nicht mehr so viel Energie, wie vor zehn Jahren.“ Ich möchte aber mehr Energie haben als vor zehn, zwölf Jahren.
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