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AGNOSTIC FRONT

Echoes In Eternity

Mit „Get Loud!“ war 2019 das letzte Studioalbum der NYHC-Legende erschienen. Seitdem ist einiges passiert im Hause AF: Drummer Pokey Mo ging 2020, Danny Lamagna folgte. Frontmann Roger Miret kämpfte gegen den Krebs. Und ihr bisheriges Label Nuclear Blast, wo sie Anfang der 2000er wegen der persönlichen Begeisterung von Gründer und Fan Markus Staiger gelandet waren, wurde komplett umgekrempelt. Komplizierte Zeiten und sicher gute Gründe, das Heil in gefühlt halbjährlichen Europatouren zu suchen – und dann doch irgendwie zwischendurch Zeit zu finden für Songwriting und Studio. „Echoes In Eternity“ ist das Ergebnis, erschienen auf dem süddeutschen Reigning Phoenix-Label, das mal über zwei Ecken mit NB-Gründer Staiger verbandelt war. Und der Titel wirkt fast schon wie ein Raunen, dass man sich der eigenen Vergänglichkeit bewusst ist. Und der Vergangenheit: „Sunday matinee“ erinnert wie zuletzt Vinnie Stigma in seinem Buch an die goldenen und prägenden Zeiten des NYHC in den 1980ern – das CBGB’s ist heute eine Bonzenboutique, Manhattan durchgentrifiziert, Hardcore ... findet anderswo statt. Aber AGNOSTIC FRONT halten die Stellung, zumindest auf der Bühne und mit diesem Album: Die 15 Songs in weniger als einer halben Stunde Spielzeit machen keine Gefangenen, sind schnörkellose Traditionspflege in eigener Sache. Darüber zu diskutieren, ob man das nun für ehrlich oder pathetisch hält – oder beides –, halte ich für müßig. Genau wie das Geläster, ob Vinnie Stigmas Gitarre auf der Bühne nun eingesteckt ist oder nicht. Fakt: In der Besetzungsliste im Booklet steht er neben Roger Miret (voc), Mike Gallo (bs), Craig Silverman (gt) und Danny Lamagna (dr) nun ganz offen und ehrlich als „Vinnie Stigma – Legend“. Und genau das ist auch die Band.

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