
Reicht die Länge nur eines Albums, um alle aktuellen gesellschaftlichen Missstände anzuprangern? TYNA geben ihr Bestes. Dabei schaffen sie es wie schon beim Vorgänger, die teilweise wirkliche bedrückenden Texte in fröhlich klingenden Elektro-Punk zu verpacken. Ausgelassen tanzen und Weltschmerz verarbeiten muss sich nicht gegenseitig ausschließen. Wenn die mentalen Erkrankungen in diesem Land immer mehr zunehmen, unsere Regierung sogar offensiv dafür sorgt, diese Zahlen steigen zu lassen, sind es Bands wie TYNA, die es braucht. Bands die den erhobenen Zeigefinger wegstecken und durch alle verfügbaren Mittelfinger ersetzen. Und besagte Mittelfinger zeigen in alle möglichen Richtungen. Wo „PNK“ noch etwas mehr Hoffnung versprühte, wirkt „Allen geht es“ insgesamt nihilistischer. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, betrachtet man die Entwicklung in unserer Gesellschaft, die seitdem stattfand. Letztendlich bleibt eine Frage zurück: Wenn du das nächste Mal eine Person fragst, wie es ihr geht, willst du wirklich eine ehrliche Antwort haben oder reicht dir: „Allen geht es gut“?
© by Fuze - Ausgabe #119 August/September 2026 und Andreas Regler
© by Fuze - Ausgabe #105 April/Mai 2024 und Andreas Regler
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #173 April/Mai 2024 und Bianca Hartmann