
Ich bin ein Late-Adopter in Sachen SUEDE, wie ich bereits in meiner Rezension zu ihrem 2022er Album „Autofiction“ gestand. In den 1990ern, als die 1989 in London gegründete Band zu den Hauptprotagonisten des Britpop gehörte, zusammen mit OASIS, BLUR und PULP, interessierte mich andere Musik mehr. 2003 war die Band am Ende, 2010 ein Neuanfang, und seitdem sind zu den fünf Alben aus Phase 1 fünf weitere hinzugekommen. Und mögen OASIS dank ihrer Reunion auch das dickere Bankkonto haben, so sind SUEDE die Band, die mehr zu bieten hat als nur das Abspielen 30 Jahre alter Hits. Schon „Autofiction“ hatte es drauf, eine rundum euphorisierende Aura zu verbreiten, was bei den darauf folgenden Shows auf die Band (so heißt es) rückkoppelte und damit die Tonalität für „Antidepressants“ setzte – und genau das sind die Songs: aufbauende Antidepressiva. Sänger Brett Anderson lässt sich ergänzend mit den Worten zitieren: „If ‚Autofiction‘ was our punk record, ‚Antidepressants‘ is our post-punk record. [...] This is broken music for broken people.“ Erzähle mir wer will, dass Gitarrenmusik „durch“ und von gestern ist und auserzählt, dass nur neue Bands neue Aspekte setzen können – SUEDE beweisen das Gegenteil. Für dieses Album lasse ich zehn andere Neo-Post-Punk-Alben aus UK aus den letzten Jahren liegen, ziehe von meiner Wertung von deren Alben jeweils pauschal zwei Punkte ab, denn Anderson und Co. haben es einfach besser drauf. Was für ein packendes Album!
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #164 Oktober/November 2022 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #53 Dezember 2003/Januar/Februar 2004 und Joachim Hiller