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FJØRT

Belle Époque

Diese Band war schon immer auf dem Sprung, hat es aber noch nicht geschafft, wirklich abzuheben. Wahrscheinlich weil ihre Musik zu komplex ist. FJØRT-Alben benötigen Zeit, Aufmerksamkeit, ein Faible für Soundspielereien und ausufernde, nicht alltägliche Strukturen – sowie die richtige Stimmung, weil sie ja meist unfassbar düster daherkommen. Und darum wird auch „Belle Époque“ nichts ändern für FJØRT, denn diese neue Platte ist allein mit ihren Singles „Messer“ und „43“ – einer Abrechnung mit der Nazizeit und deren Wiederauferstehung im Hier und Heute – so schwarz und schwer, dass es schwärzer und schwerer nicht mehr geht. Doch so sind die Aachener eben: Es muss alles eine Bedeutung haben, die Hirne sprengt und Empfindungen bersten lässt. Und all das muss sich in den Arrangements zwischen Brachialität, Hook, Experimenten, Hall und tiefer Bass-Schwere widerspiegeln. „Belle Époque“ ist ein großes Album. Ein krasses Album. Eines, in dessen Verlauf FJØRT manchmal vielleicht sogar ein wenig sich selbst vergessen und sich verirren („Mir“). Fans und Schwermutliebenden wird das gefallen. Zu Recht. Doch auch den Rest endlich zu überzeugen, wird weiter dauern.

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