
Die Idee von ANGEL DU$T bestand zu Beginn darin zu polarisieren. Zunächst wurde das Konzept des Beatdown Hardcore überspitzt und fast ironisch vorgeführt, dann bewegte man sich in Richtung Melodie und Pop, was aber alles andere als geradlinig oder glatt war. Das Konzept erschöpfte sich spätestens mit „Brand New Soul“ ein wenig und vom ursprünglichen Line-up war da auch nur noch der Bandvorsteher übrig. Quo vadis, Justice Tripp? Zwei Änderungen, die sich vielleicht auch schon vorher langsam eingeschlichen hatten, treten auf „Cold 2 The Touch“ nun in den Mittelpunkt: ANGEL DU$T erlauben sich eine gewisse Ernsthaftigkeit und Tripp versucht nicht länger, sich mit aller Macht von seiner anderen Band TRAPPED UNDER ICE abzusetzen. Beides führt in erster Linie dazu, dass das Album deutlich an Härte zulegt – während musikalisch und visuell immer noch vieles wie ein Fiebertraum wirkt. Dabei geht es aber nicht länger um Spaltung, sondern um den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. So haben ANGEL DU$T nicht nur einen Ausweg aus der kreativen Sackgasse gefunden, sondern vor allem das konsistenteste und packendste Album seit „Pretty Buff“ vorgelegt. Auch „Cold 2 The Touch“ schlägt noch gerne Haken und spielt mit Erwartungen, nun gilt aber eindeutig das Motto: „Substance before style“.
© by Fuze - Ausgabe #116 Februar/März 2026 und Christian Biehl
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