
Die 2007 in Saint Brieuc, Bretagne gegründete Band sagt mit dieser Scheibe und vier neuen Songs „Adieu“. Das ist wirklich bedauerlich, denn die Platte hat alles, was 22 LONGS RIFFS ausgemacht hat: Wut, Energie, ein politisches Bewusstsein und das Gefühl für mitreißende Melodien, nach vorne treibende Songs, extrem tanzbare Momente und immer Zeit für geballte Fäuste im Publikum, wenn es darum geht, die Refrains mitzubrüllen. Der Opener „Advienne que pourra“ ist ein Knaller, der sich sofort in die Gehörgänge fräst. Stellenweise klingen die Franzosen wie der gemeine Bruder von ZSK. Musik als Waffe bekommt bei 22 LONG RIFFS eine eigene Bedeutung – die Band hat im Logo eine Gitarre, deren Hals in einer Pumpgun endet. Die Aufmachung ist ebenfalls top, das Cover sieht aus wie meine alten Anarchopunk-Platten aus den 1980ern, also vollkommen abgegrabbelt, und mein Vinyl ist grün/schwarz. Was hier in knapp 15 Minuten rausgehauen wird, sucht wirklich seinesgleichen und macht den Abschied nicht gerade einfacher.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #163 August/September 2022 und Simon Brunner
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Triebi Instabil