Foto

OV SULFUR

Endless

Als in den frühen 2000er Jahren der Deathcore auf der Bildfläche erschien, war diese Musik vor allem eines – brachial! Die Musiker waren technisch zwar auf allerhöchstem Level unterwegs, aber dennoch wohnte dem Schaffen von Bands wie SUICIDE SILENCE, WHITECHAPEL, DESPISED ICON oder auch ALL SHALL PERISH eine gewisse Rotzigkeit inne, so dass deren frühe Alben allesamt wirkten, als bekäme man einen nassen Sack Zement um die Ohren gedroschen. Mit der Zeit wich das Kantige jedoch einem klanglichen Hochglanz, was in Jahren bis heute zu einer gewissen musikalischen Redundanz führte. Das trifft leider auch auf OV SULFUR aus Las Vegas zu, die mit „Endless“ ihr zweites Album präsentieren. Ja, die Songs sind mit vielen Wendungen und auch einigen Spannungsmomenten voll gepackt, soundtechnisch jedoch dermaßen auf Hochglanz poliert, dass das Ganze zwar unglaublich mächtig klingt, aber eben auch klinisch, kalt und steril, wodurch sich ein Gros der Spannung auch schon wieder in Wohlgefallen auflöst. Erschwerend kommt der übertriebene Einsatz von Keyboards, Chören und Orchestrierungen hinzu, die diese Band irgendwie nach einer Deathcore-Version von DIMMU BORGIR klingen lassen, inklusive vieler, wenn auch erträglicher Clean Vocals. Insgesamt nicht scheiße, aber auch eben auch nicht wirklich packend.

Anzeige