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NONTOXIC

Intoxication (GDR Underground Tapes)

In der zweiten Hälfte der 1980er ging in der SED-Diktatur DDR dann musikalisch doch mehr, als man das als Wessi bis heute für möglich hält. Das Problem: Während von westdeutschen, britischen oder US-Bands zig Tondokumente erhalten blieben und vielfach aufbereitet wurden, mangelte es „drüben“ häufig an verfügbarer Technik. Ergo: wenige Aufnahmen sind erhalten geblieben. Die Tapetopia-Serie bekämpft diesen Mangel und bewahrt so auch die Ost-Berliner Goth-Band NONTOXIC vor dem Vergessen. Die hatte sich 1986 gegründet, zunächst unter dem Namen MILDERNDE UMSTÄNDE, doch wer nicht nur Geheimkonzerte spielen wollte, brauchte von den Systemknechten eine „Einstufung“. Der deutsche Bandname wurde bemängelt, auch die englischen Texte, die aber bleiben durften, nachdem man sich zu NONTOXIC umbenannt hatte. Diverse Shows wurden gespielt in der damals boomenden Ost-Berliner Darkwave-Szene. Im März 1989 traten NONTOXIC im Ost-Berliner Haus der jungen Talente auf, das Konzert wurde auf einem ORWO-Chromdioxid-Tape aufgezeichnet ... und erblickt nun im LP-Format das Licht der Welt. Die Aufnahme wurde nachbearbeitet und erweist sich als erstaunlich klangstark. Vom Publikum ist nichts zu hören, aber das stört nicht, so wirken die acht Songs wie sehr gute Demoaufnahmen. Wären die Dinge anders gekommen, hätte aus ihnen mit der Wende eine erfolgreiche Band werden können, so verlief es sich just da. Mich erinnern NONTOXIC um den leider verstorbenen Sänger Bernd Schulz mit seiner klaren, variablen Stimme an eine Mischung aus frühen CHRISTIAN DEATH und BAUHAUS, mit viel Raum für leise Töne, Atmosphäre und Dramatik.

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