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BB DOC

Jazz

Die französische Punk-Szene und ihre Geschichte ist für die allermeisten Fans dieser Musik im östlichen Nachbarland bis heute ein Buch mit sieben Siegeln, nur wenige Bands „funktionieren“ in beiden Ländern, kaum eine ist hier oder da auch nur ansatzweise bekannt. Und selbst wer sich ein bisschen mit der frankophonen Punkmusik beschäftigt und von einem rührigen Label wie Dirty Punk halbwegs auf dem Laufenden gehalten wird, ist — wie ich jetzt – von einer Band wie BB DOC völlig überrascht. Wer? Was? Das Label bezeichnet „Jazz“ als „eine der bis jetzt unveröffentlicht gebliebenen französischen Kult-Platten“. Nach ein paar 7“s veröffentlichte die seit Mitte der 1980er von Lyon aus aktive Oi!-Punk-Band ihr Debüt-Album „Jazz“ 1989 auf Boucherie Production, am Mikrofon Sapu, der auch mit LES GARÇONS BOUCHERS aktiv war. Mit „Desintegraal“ (1992) und „Rage de raison“ (1997) kamen noch zwei weitere Alben, dann war’s das. Über weite Strecken klingt das Album nach einer recht trinkfreudigen Band mit einem Hang zu Refrains, die man auch nach reichlich Alkoholgenuss noch mitgrölen kann. Das ist insgesamt recht simpel und uffta, verfehlt aber seine Wirkung nicht, zudem hier immer eine Grundfröhlichkeit vorhanden ist und nicht diese bisweilen harte Aggressivität britischer Oi!-Bands und hier und da auch mal ein Offbeat aufploppt. Unter den zwölf Songs ist auch „Histoire d’eaux“, der unter französischen Punks wohl Kultstatus hat. Der Rerelease kommt im Klappcover mit Texten im Innenteil – und BB DOC, die mitnichten „Jazz“ spielen, sind auf jeden Fall die (späte) Entdeckung wert.

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