
In aller Kürze: JINJER liefern! So wie die Gruppe um Frontfrau Tatiana Shmayluk live durchzieht und unermüdlich tourt, zeigt sie sich auch im kreativen Bereich stets auf der Höhe des Geschehens. Dazu gehört, dass die Ukrainer sich nicht auf dem bereits Erreichten ausruhen, sondern sich weiterentwickeln und selbst herausfordern. Auf „Duél“gehen sie kompositorisch keine Kompromisse ein, die Stücke des fünften Longplayers fallen insgesamt sogar härter und ruppiger aus, als es viele Fans vielleicht erhofft haben. Gut so, denn daraus resultiert ein Überraschungswert. Zusätzlich fungieren JINJER dadurch als Gateway-Band, die ihr Publikum weiterhin an experimentelle Extrem-Metal-Klänge heranführen und dem Genre als solchem Türen öffnen. Das Spiel zwischen Groove-Metal, Djent, Metalcore und Post-Metal besitzt schon instrumental betrachtet klare Trademarks. Und dann ist da noch Tatiana Shmayluk, die zweifelsohne eine der markantesten Stimmen im modernen Metal ist. Im Zusammenspiel der Gruppe entstehen Stücke, die durchaus Zugänglichkeit besitzen, die man sich aber gleichzeitig erarbeiten muss. „Duél“ ist wuchtig und vertrackt konzipiert. Aufmerksamkeit und offene Ohren sind vonnöten, wenn man zum Kern der Kompositionen vordringen möchte. Die clean gesungenen, friedfertigen Parts sind jeweils nur Momentaufnahmen im variablen, vielschichtigen Spiel von JINJER, das überzeugend risikofreudig und hart angelegt ist.
© by - Ausgabe # und 20. Januar 2025
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