Foto

KREATOR

Hate & Hope

Ende 2025 erschien „Your Heaven, My Hell“, die Autobiografie von Miland „Mille“ Petrozza, geboren 1967 in Essen – sein Vater kam als Gastarbeiter aus Italien ins Ruhrgebiet –, der seit über 40 Jahren Gitarrist, Songschreiber und Sänger von Deutschlands bekanntester, auch international enorm erfolgreicher Thrash-Metal-Band KREATOR ist. Kurz zuvor feierte Cordula Kablitz-Posts Dokumentarfilm „KREATOR – Hate & Hope“ seine Premiere, inzwischen ist er auch auf DVD erschienen, eigenartigerweise gibt es keinen Blu-ray-Release. Kablitz-Post hatte bereits Dokus über SCOOTER, DIE TOTEN HOSEN, David Garrett oder Nina Hagen gedreht, ebenso wie Musikvideos für etwa Udo Lindenberg, zudem arbeitete sie Ende der 1990er mit Christoph Schlingensief bei dessen eigenwilligen TV-Formaten „Talk 2000“ und „U 3000“ zusammen. Das ließ zwar rein musikalisch nicht unbedingt auf eine besondere Affinität zum Metal-Bereich schließen, aber verweist auf viel handwerkliche Erfahrung, was man auch an der Umsetzung von „KREATOR – Hate & Hope“ gut sehen kann. Allerdings ist Kablitz-Posts Film anders als etwa „Total Thrash – The Teutonic Story“ in Bezug auf die Geschichte des deutschen Thrash Metal keine chronologische Aufarbeitung der KREATOR-Historie, sondern eine Mischung aus aktuellen Tour-Impressionen und vereinzelten retrospektiven Momenten, was möglicherweise langjährige Fans enttäuschen könnte. Kablitz-Posts Anliegen war, einen Film über Metal zu drehen, zu dem auch Leute Zugang finden, die ansonsten mit diesem Genre nicht viel am Hut haben. Ähnlich wie in Milles Autobiografie entsteht das Bild einer äußerst nahbaren Band – die gerade erst wieder ein gelungenes neues Album namens „Krushers Of The World“ veröffentlicht hatte, ihr inzwischen 16. – abseits von irgendwelchem peinlichen Rockstar-Bullshit. Was KREATOR im Metal-Bereich neben ihrer musikalischen Qualitäten herausragen lässt, ist auch, dass die Band immer klar Haltung bewiesen hat, vor allem gegen rechts, im Film unterstrichen durch einen Besuch von Mille und HEAVEN SHALL BURN-Gitarrist Maik Weichert im ehemaligen KZ Buchenwald.

Anzeige