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BAD COP BAD COP

Lighten Up

Mit der eigentlich simplen Message „All together now let’s sing it from the heart / We have to eliminate what’s tearing us apart / All together now with love and empathy / Let’s set the course directly north for all humanity, alright“ steigen die vier Kalifornierinnen auf „Lighten Up“ ein. „All together now“ ist der perfekte Opener, der vorab schon viel verrät – sowohl über die Aussage als auch über die Musik. Denn die ist bei dem Song lethargisch wie nie und erinnert zum Teil an die Entwicklung, die NOFX Mitte der 1990er genommen haben. BAD COP BAD COP hatten zunächst eine Single auf Hurley (2013) veröffentlicht und wurden dann Teil der großen Fat Wreck-Community, wo ihre Alben erschienen: „Not Sorry“ (2015), „Warriors“ (2017) und „The Ride“ (2020). Bis auf einen Coversong wurden sie sich auch nicht mehr untreu. Musikalisch passten sie von Beginn an zu 100% in den Fat Wreck-Katalog. „Not Sorry“ klang happy as fuck – die Texte standen dem zum Teil allerdings diametral entgegen, beispielsweise wenn ein Ehemann zu Hause seine Frau verprügelt. 2015 erschien „Warriors“, war wütender („Womananarchist“) als der Vorgänger und führte dennoch den typischen Fat-Sound weiter. Nach einem drogenbedingten Totalabsturz von (Haupt-)Sängerin Stacy Dee auf der folgenden Tour folgten ein Entzug, ein gewonnener Kampf gegen den Krebs und ein mentaler Wandel, der mit „The Ride“ ein super Ergebnis zeigte. Staceys Songs wurden verdammt persönlich, Bassistin Linh stieg politisch in die Pedale – es war während Trumps erster Amtszeit. Fünf Jahre später ist der wieder im Office – und auch BAD COP BAD COP sind wieder da. Einzig Gründungsmitglied Jennie Cotterill wurde durch Alex Windsor ersetzt. Die Band ist auf „Lighten Up“ noch offener als je zuvor – was man nach „The Ride“ gar nicht mehr für möglich gehalten hat: Es geht mehr oder weniger um ihre komplette Story. Stacey, die erneut den Krebs besiegt hat, berichtet von ihrem damaligen Entzug und wie alleine sie damit war („Straight out of detox“). Bassistin Linh lässt sich erneut in die Seele blicken: In „See me now“ beschreibt sie, wie sie ihrem verstorbenen Vater voller Stolz zeigt, dass sie vor Massen an feiernden Fans auf der Bühne steht – es also zu etwas gebracht hat. Stacey erzählt wiederum in „Dead friends“ von den vielen Menschen, die gestorben sind, die sie persönlich verloren hat. Auch wenn das meiste eher traurig wirkt (ohne negativ zu sein), bleibt auch sehr viel an Hoffnung übrig, der Blick wird nach vorne gerichtet und die letzte Line drückt es wunderbar aus: „So try to love your life, while you can“. Wie eine einzige Zeile doch ein komplettes Album beschreiben kann! Und alles ist rund. Warum das störende Joe Strummer-Cover „Johnny Appleseed“ noch angehängt wurde, erschließt sich mir nicht.

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