Foto

MONOCHROME SET

Lotus Bridge

Man hätte schwören können, dass es noch gar nicht so lange her ist, aber tatsächlich erschien das letzte THE MONOCHROME SET „Allhallowtide“ 2022. Dafür hatte Bid aka Ganesh Seshadri, der indischstämmige Frontmann von THE MONOCHROME SET, im letzten Jahr beim Ventil Verlag unter dem Titel „Strange Young Alien“ eine Sammlung von Songtexten veröffentlicht, ergänzt um zusätzliche gut 60 Seiten, wo er seinen Schlaganfall im Jahr 2011 thematisiert und sein Selbstverständnis als Songwriter reflektiert, auch in Bezug auf die Bandhistorie. Insofern muss man es zu schätzen wissen, dass er seitdem auch weiterhin Platten veröffentlichen konnte, deren Reiz sich vor allem aus einem gewissen Déjà-vu-Gefühl speist. Denn rein songwriterisch kann man beim neuen Album „Lotus Bridge“ nichts so richtig hervorheben, es ist eher ein vertrauter Gesamtsound, der den Stücken ihre Attraktivität verleiht, was ja oft der Fall ist bei Bands, deren Schaffen einen schon länger begleitet. Eine echte Hit-Single gibt es also nicht, aber THE MONOCHROME SET sind auch auf „Lotus Bridge“ ein schönes Beispiel für Indiepop britischer Prägung (ähnlich wie auch THE SMITHS), der weiterhin eine interessante individuelle Ausgewogenheit zwischen Sperrigkeit und Eingängigkeit findet.

Anzeige