Foto

SVARTA HAVET

Månen ska lysa din väg

SVARTA HAVET, das sind Lotta (voc), Jara (dr), Anders (bs) und Joakim (gt) aus Turku, Finnland, die mit einem kleinen Logo auf dem Textblatt ihres ersten Albums deutlich machen, wo sie stehen: zwei schwarze Flaggen im Kreis und die Worte „Antifascistisk Aktion“ lassen keine Zweifel, wo sich der 2018 gegründete Vierer verortet. Ihr Album war 2025 zunächst in den USA auf Prosthetic erschienen, jetzt kommt auf Svart von um die Ecke die Euro-Version. „Der Mond soll dir den Weg leuchten“ lautet der poetische Titel in deutscher Übersetzung, statt einer „normalen“ Selbstbeschreibung gehen sie es auch hier lyrisch an: „Ner under ytan. täckas av sjögräs, dra mig ner.“ Also ungefähr: „Unter der Oberfläche. Von Seegras bedeckt, zieh mich runter.“ Und wer jetzt anmerkt, das sei doch gar nicht Finnisch: stimmt, ist Schwedisch, aber Turku hat traditionell eine schwedischsprachige Minderheit. Rasender schwarzer Metal wird hier mit melancholischer Note und antifaschistischen wie feministischen Inhalten aufgeladen, die Roots der Band liegen in der DIY-Punk- und Hardcore-Szene: „Dyster post-hardcore“ lautet eine Selbstbeschreibung – das schöne Wort „dyster“ merke ich mir. Ach ja, der Bandname: noch mehr Poesie hier, „Schwarzes Meer“. Dennoch keine Seefahrt-Bildsprache hier, stattdessen auf dem Cover ein süßer zusammengerollter Fuchs. Fauchende Vocals, musikalische Raserei dazu, WOLVES IN THE THRONE ROOM lassen grüßen.

Anzeige