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MELVINS

Thunderball

Eigentlich bestehen die MELVINS ja aktuell aus Frontmann King Buzzo, Drummer Dale Crover und Steven McDonald von REDD KROSS am Bass. So sind die MELVINS im Sommer auch auf Tour gegangen, unterstützt durch Coady Willis von BIG BUSINESS als zweitem Drummer, der auch schon in der Vergangenheit bei den MELVINS trommelte und seit 2021 bei HIGH ON FIRE involviert ist. Hinsichtlich irgendwelcher nostalgischer Regungen sind MELVINS eigentlich immer unverdächtig gewesen, die stattdessen versuchen, ihrem Trademarksound ­– zu dem in künstlerischer Hinsicht auch das Artwork von „Buzz“ Osbornes Gattin Mackie gehört – neue Seiten abzugewinnen und sich zumindest in Nuancen neu zu erfinden. „Thunderball“ ist auch der Titel des vierten Films der „James Bond“-Reihe (beziehungsweise Ian Flemings neunter „James Bond“-Roman), aber die Feuerbälle, die King Buzzo hier schleudert, dürften in Bezug auf die Musik vor allem eine bildhafte Bedeutung haben. Der Überraschungseffekt bei „Thunderball“ ist erst mal personeller Art, denn Buzz hat hier erneut seinen Jugendfreund Mike Dillard reaktiviert, mit dem er 1983 die MELVINS gründete, allerdings nahm man in dieser Formation, zu der auch der spätere MUDHONEY-Bassist Matt Lukin gehörte, nie eine Platte auf. Mit Dillard am Schlagzeug (der auch 2021 auf dem Album „Working With God“ dabei war) hat Buzz den typischen MELVINS-Sound auf ein ähnlich abstraktes Level gehievt, wie es schon beim Vorgänger „Tarantula Heart“ der Fall war, der auch nur fünf Tracks enthielt, einer fast 20 Minuten lang. Unterstützt von Ni Maîtres (noise/upright bass) und Void Manes (noise/creepy machine vocals) zerlegen Buzz und Dillard Sludge und Doom auf fast schon psychedelische und progrockige Weise, was möglicherweise manchem Fan zu wenig songorientiert sein könnte, aber der MELVINS-Diskografie durch diese stilistisch offene Herangehensweise definitiv ein weiteres spannendes und innovatives Album hinzufügt.

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