Foto

NOTHING

A Short History Of Decay

„When I was young life was easy.“ Der Opener „Never come never morning“ dreht die Welt von NOTHING zunächst auf links. Kein ausschweifendes Intro, keine Gitarrenwände und kein verhallter Gesang, wie es auf dem Vorgänger „The Great Dismal“ noch der Fall war und wie man es von der Band kennt. Auf „A Short History Of Decay“ ist Domenic Palermos Stimme von Sekunde eins da und nur von einer Akustikgitarre unterlegt. Zu hören ist eine eingängige Melodie und später kommt zur Krönung auch noch ein ganzer Bläsersatz hinzu. Natürlich schreiben NOTHING noch immer keine simplen Pop-Songs, vielmehr ist das Lied von tiefer Traurigkeit geprägt und umreißt eine Lebensrealität, die sich zunehmend ums steigende Alter und Krankheit dreht. Nach dem ersten Track liefern NOTHING musikalisch Bewährteres, verpacken dies in den Songs aber konzentrierter und eingängiger als in der Vergangenheit. Die Singles „Cannibal world“ und „Toothless coal“ sind wahre Highlight in der Bandbiografie, auch weil man mittlerweile aus einem immer größer werdenden Fundus an Stilen und Stimmungen schöpfen kann. Inhaltlich ist „A Short History Of Decay“ ein Befreiungsschlag für Palermo, weil er sich mit Dingen auseinandersetzt, die er bisher verdrängt hatte, für den Hörer ist es das bisher schlüssigste und wahrscheinlich auch beste NOTHING-Werk.

Anzeige