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TARWATER

Nuts Of Ay

Mein letzter Kontakt mit dem 1995 in Berlin von Ronald Lippok und Bernd Jestram gegründeten Duo muss das 2011 auf Bureau B veröffentlichte Album „Inside The Ships“ sein, der Nachfolger „Adrift“ von 2014 entging mir. Seitdem hatten TARWATER auch nichts Neues mehr aufgenommen, die ihre ersten Platten bei Kitty-Yo veröffentlichten, ähnlich wie TO ROCOCO ROT, bei denen Lippok Drummer war. Beide Bands verband auch immer ein innovativer Umgang mit Krautrock und Elektronischer Musik, was sich bei TARWATER ähnlich wie bei NOTWIST später stärker in Richtung Pop, Jazz und Indietronics entwickelte. Interessanterweise erinnert mich Lippoks Gesang sofort wieder an Scott McCloud von GIRLS VS. BOYS und PARAMOUNT STYLES, auch wenn es musikalisch eher weniger Anknüpfungspunkte gibt. TARWATER haben sich auf jeden Fall die Aura des Seltsamen bewahrt, denn ihre Form von Pop verweigert sich konventionellen Vorgaben für populäre Musik und ist geprägt von minimalistischen Arrangements und einer verfremdeten, aber nicht unbedingt disharmonischen Klangästhetik, die schwer greifbar ist. Besonders zum Tragen kommt das wieder bei ihren ungewöhnlichen Coverversionen – damals etwa „Sato Sato“ von DAF oder der Lennon-Song „Do the Oz“ –, wie dem BEATLES-Song „Everybody had a hard year“ (den Lennon ursprünglich nur als Demo aufnahm) oder (kaum wiedererkennbar) „USA“ von THE POGUES. Der experimentelle Pop-Ansatz von TARWATER ist sicherlich nicht jedermanns Sache, mich fasziniert das eigenwillige Duo immer noch mit seiner ungewöhnlichen und gefühlsbetonten Form von Indietronics.

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