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JIMI TENOR BAND

Selenites, Selenites

Jimi Tenor war immer schon ein Sonderling zwischen den Welten – ein Finne mit Faible für afrofuturistische Grooves, libraryhafte Soundtracks und den Geist vergessener Funk-Platten. „Selenites, Selenites“ ist sein organischstes Werk seit langem, eingespielt mit einer echten Band, die seinen verschrobenen Kosmos erdet und zugleich zum Schweben bringt. Zwischen Afrobeat-getränkten Bläsern, analogem Synth-Glimmen und psychedelischem Flötensalat entfaltet sich eine Art cineastischer Afrojazz, der irgendwo zwischen Sun Ra, Mulatu Astatke und François de Roubaix kreist. Tracks wie „Universe control“ und „Voodoo moon“ klingen wie Spionagefunk vom anderen Ende des Sonnensystems, „Silver spacesuit“ tänzelt zwischen kosmischem Easy Listening und Kraut-Groove. Bisweilen klingt manches sogar nach Sophisti-Pop der 1980er Jahre; der Faux-Jazz der ersten STYLE COUNCIL-Alben und auch die WORKING WEEK-Latin-Exkurse mögen Inspirationen geliefert haben. Über allem liegt Tenors unverwechselbare Handschrift: dieser nonchalante Humor, das Spiel mit Klischees, das sich dennoch nie in Ironie erschöpft. Stattdessen entsteht eine liebevolle Hommage an eine Zeit, in der musikalische Träumer noch mit Holzbläsern, Moogs und Visionen arbeiteten. Ein warm glühendes, verspieltes, zugleich elegantes Album, das Retro-Ästhetik nicht als Gimmick, sondern als Methode begreift. Ein Trip durchs All – aber mit Funk im Herzen. Und immer wieder poppt das Jimi Tenor-typische Dilemma auf: Das Universum ist groß, aber der Groove ist größer.

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