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CEREMONY

Tell Me Your Dream

Sind die Zeiten, in denen CEREMONY traditionell mit jedem neuen Release polarisierten, vorbei? Erstmals verfolgt die Band aus L.A. nicht die eine musikalische Richtung, die eine Stimmung oder das eine Konzept, sondern wildert kreuz und quer durch ihre eigene Geschichte. Es gesellen sich Hardcore-Stücke zu Post-Punk-Tracks und trotzdem sind auch die Synthies, die man speziell vom letzten Album kennt, nicht wieder verschwunden. Das ergibt ein überragend stimmiges Bild, weil CEREMONY all diese Persönlichkeiten über die Jahre zu ihrer gemacht haben, egal in welche Richtung es geht. Zudem stehen die Stücke als Einheit da, weil sie ihr politisches Bewusstsein und das Zeitalter der medialen Überforderung zum zentralen Thema machen. Dabei lenken sie den Blick nicht allein auf alles Negative, sondern fokussieren sich auf den Teil der Gesellschaft, der noch nicht komplett den Verstand verloren hat. „There’s no them, there’s no other, there’s just us, there’s just us“, heißt es in „Other hells“. Genau diese Menschen fordern sie mit dem Albumtitel auf, nicht die Hoffnung zu verlieren, auch wenn der Irrsinn immer wieder die Oberhand gewinnt. Schwierige Zeiten inspirieren Musiker immer wieder zu Höchstleistungen – „Tell Me Your Dream“ ist der Beweis dafür. Mit Geschlossenheit, Einigkeit und Offenheit gegen den Wahnsinn. Und natürlich: Fuck Trump.

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