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TURBOSTAAT

Alter Zorn

TURBOSTAAT haben eine harte Zeit hinter sich. Vor zwei Jahren erleidet einer in der Band einen Herzinfarkt, alle Konzerte müssen abgesagt werden. Lange ist nicht klar, ob es überhaupt weitergeht mit der Band. Anfang Juli dieses Jahres kommt die nächste Hiobsbotschaft: Andree „Friese“ Böhle, langjähriger Merch-Verkäufer und Freund der Band, ist tot. Gestorben nach langer Krankheit. Aber TURBOSTAAT rappeln sich nach den schweren Rückschlägen wieder auf und erinnern sich an die frühen Jahre. Deshalb heißt das achte Album der Norddeutschen „Alter Zorn“. Angefangen hat alles in Husum im Proberaum des Kulturzentrums Speicher. Die ersten zwei Alben, „Flamingo“ (2001) und „Schwan“ (2003), kommen auf dem Hamburger Label Schiffen heraus. Dann zünden TURBOSTAAT ... den Turbo. Sie sind mit BEATSTEAKS unterwegs und veröffentlichen ihr drittes Album „Vormann Leiss“ beim Warner-Label Same Same But Different. Neu an Bord ist Produzent Moses Schneider (TOCOTRONIC, BEATSTEAKS), der von da an alle Studioproduktionen der Band betreut. Mit „Das Island Manöver“ (2010), „Stadt der Angst“ (2013), „Abalonia“ (2016) und „Uthlande“ (2020) zementiert die Band ihren Ruf als treibende Kraft im norddeutschen Punkrock. Der Sound verändert sich kaum. Sänger Jan Windmeier spricht mehr als er singt und erinnert in vielen Momenten an das Hamburger Punk-Denkmal Jens Rachut (DACKELBLUT, OMA HANS). Alle Texte schreibt Gitarrist Marten Ebsen und der entwickelt eine ganz eigene Semantik. Eine große Rolle spielen das Meer, Seeleute und die Küste. Die Band lebt inzwischen teils in Flensburg, teils in Berlin, teils in Hamburg. Das neue Album bewegt sich eher in Häuserschluchten und Betonwüsten. Auf „Alter Zorn“ regieren Wut, Frust und Einsamkeit. TURBOSTAAT sind keine Band, die Parolen drischt oder Klartext spricht. Sie bewegen sich in einer Welt voller Metaphern und düsterer Bilder. Schwelgereien in Moll. Geblieben ist der glasharte Sound, der sich schnörkellos nach vorne bewegt. Dissonant, unerbittlich und ohne Pausen. Aufgenommen wieder mit Unterstützung von Moses Schneider. Dieses Jahr haben TURBOSTAAT ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. 25 Jahre in Originalbesetzung. Fünf Freunde auf großer Fahrt. Nach all den Schicksalsschlägen ist das Jubiläum fast wie eine Wiedergeburt. Deshalb veröffentlichen die Watt-Punks alle bisherigen Studioalben auf Vinyl neu und spielten im Herbst acht Konzerte und an jedem Abend stand ein anderes komplettes Album auf dem Programm. Neben den sieben Studioalben auch das Live-Album „Nachtbrot“. Am 16. Januar folgt dann das neunte Konzert der Jubiläumstour: die Release-Party für das neue Album „Alter Zorn“ in der Hamburger Markthalle. Bei TURBOSTAAT ist Aufbruchstimmung zu spüren. Aufgeben ist keine Option.

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