
Es bedurfte nach dem Erfolg des Vorgängers keiner hellseherischen Fähigkeiten, um zu ahnen, dass das neue TURNSTILE-Werk zum Großereignis werden würde. Zunächst zum Wesentlichen: Auf „Never Enough“ findet weder eine weitere Neuerfindung noch eine Rückbesinnung statt. Vielmehr geht die Band den eingeschlagenen Weg weiter und intensiviert die Mischung aus unwiderstehlichen, eingängigen und Hardcore-lastigen Tracks, die aus dem Stand zünden, sowie experimentellen Abschnitten, die dieses Mal noch versierter ein Gegengewicht zu den treibenden Stücken schaffen. Neu dazu kommen Indierock-Nummern wie „I care“ oder „Seein’ stars“, die ebenfalls keine Umwege gehen und hervorragend ins Gesamtbild passen. TURNSTILE geben sich allerdings nicht allein mit einem herausragenden Album zufrieden, sondern schaffen ein multimediales Gesamtkunstwerk, das über Videos (zu jedem Track), Artwork und Merch bis hin zur Auswahl der Vinylfarben künstlerisch durchdacht ist, aber auch emotionale Tiefe vermittelt. Die erste Show zu „Never Enough“ spielten TURNSTILE in ihrer Heimatstadt Baltimore, ein Woodstock-ähnliches Love & Peace-Gratis-Event, bei dem auch zehntausende Dollar an Spenden gesammelt wurden. Mehr bei sich, ihrer Kunst und ihren Wurzeln könnte diese zur Zeit beachtenswerteste Rockband nicht sein.
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