
Schön sieht sie aus, die neue Platte von LILAC VEGETAL aus Wien und man ahnt beim Betrachten des Artworks noch nicht, was einen im Folgenden erwarten wird. Obwohl man bei acht Songs in wenig mehr als zehn Minuten sicherlich vermuten könnte, wie der Hase läuft. Und was für ein herrliches Gemetzel das ist. Die drei Österreicher machen keine Gefangenen. Mal meine ich, die MELVINS zu hören, dann erinnert mich das Saxophon bei „Das getrennte Geschlecht“ an John Zorns NAKED CITY und das eine oder andere Mal blitzen bei den experimentellen Noisecore-Attacken auch Einflüsse der genialen FLYING LUTTENBACHERS durch. Lustig: Am Ende von „Selbst ist die Justiz“ meine ich den jungen Ozzy Osbourne zu hören, und so gibt es bei diesem wunderbaren Kleinod bei jedem Durchlauf neue Kleinigkeiten zu entdecken, die ein konzentriertes Hinhören erforderlich machen. Zum Nebenbeihören taugt dieses Inferno jedenfalls nicht. Jetzt ist die Platte bei mir dreimal durchgelaufen und ich muss erst einmal tief durchatmen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #174 Juni/Juli 2024 und H.C. Roth
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #179 April/Mai 2025 und Henrik Beeke
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Christoph Lampert